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24.03.2018, 07:12 Uhr ERMITTLUNGEN GEGEN SEDAT EINGESTELLT

Abgebranntes Nokta zeigt Bedeutung der Unschuldsvermutung

Kommentar von Jörg Sanders

Aufgrund eines Brandes ist das Restaurant Nokta immer noch geschlossen. Foto: Michael GründelAufgrund eines Brandes ist das Restaurant Nokta immer noch geschlossen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. In unserem Rechtsstaat gilt das Prinzip der Unschuldsvermutung. Jeder ist so lange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld vor Gericht bewiesen ist. Wie wichtig diese Prämisse ist, zeigt sich am Beispiel Nokta, meint unser Kommentator.

Hier und da war zu hören oder in sozialen Netzwerken zu lesen, dass die Betreiber ihr Lokal selbst angezündet hätten. Phrasen wie „warme Sanierung“ fielen. Ein vermeintlicher Zeuge belastete Sedat Müstak – und steht nun selbst unter Verdacht.

Mit viel Mühe und Geld haben Inhaberin Natalia Bassauer und Müstak eine Perle am sonst so tristen Güterbahnhof etabliert. Zwar machten sie dabei auch Fehler – erinnert sei an die Probleme mit der Baugenehmigung zum Bau der Terrasse und dem Vertragsbruch mit einer Brauerei, indem das Nokta andere Biere anbot.

Fehler hin oder her: Der Vorwurf der warmen Sanierung war und ist in der Tat „gemein“, wie Nokta-Inhaberin Bassauer es formulierte. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein. Daher zeigt das Beispiel einmal mehr die Bedeutung der Unschuldsvermutung – und welche Folgen ihre Missachtung haben kann.


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