Mit DPD-Paketen auf Tour In Osnabrück ist der erste Elektro-Lkw unterwegs

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Osnabrück. Man hört ihn kaum und riecht ihn schon gar nicht. In Osnabrück werden die ersten Pakete jetzt mit einem vollelektrischen Lkw ausgeliefert. Für den Lienener Dienstleister SGS soll der batteriebetriebene 7,5-Tonner der Anfang einer neuen E-Flotte sein.

Die SGS GmbH ist im Auftrag des Deutschen Paketdienstes (DPD) unterwegs, hat 90 Mitarbeiter und liefert etwa 6000 Pakete pro Tag aus. Geschäftsführer Svetlin Stanev stellte den Kleinlaster am Donnerstag in der Großen Straße vor. Von außen wirkt der weiß lackierte Transporter ziemlich unspektakulär. Wer genauer hinschaut, entdeckt an den seitlichen Behältern unter der Ladefläche einen stilisierten Elektroblitz mit dem Hinweis „Danger – High Voltage!“

Der Motor des kleinen E-Brummis läuft mit 324 Volt, und in den augenscheinlichen Seitentanks stecken die Batterien. Sie wiegen zusammen stattliche 950 Kilo, und ihre Ladung von 100 Kilowattstunden soll für 140 bis 160 km Fahrstrecke reichen. Für die Fahrten nach Osnabrück reiche das, sagt Stanev. Die Logistiker von der SGS Dienstleistungen GmbH nehmen die Pakete von DPD in Gesmold auf und verteilen sie überwiegend im Stadtzentrum, wo die erhöhten Stickstoffdioxidwerte die Stadtverwaltung unter Zugzwang setzen.

Vor diesem Hintergrund interessierten sich Stadtbaurat Frank Otte und Fachbereichsleiter Detlef Gerdts (Umwelt und Klimaschutz) für den E-Transporter. Sie zeigten sich aufgeschlossen, als sich SGS-Geschäftsführer Stanev und DPD-Group-Manager Gerd Seber für mehr Ladesäulen in den Lieferzonen aussprachen. Zum Stromtanken müsse der Kleinlaster jetzt an die Rawiestraße im Stadtteil Schinkel fahren. Das werde unnötig, wenn zwischendurch für 15 oder 20 Minuten geladen werden könne.

Stadtbaurat Otte bedauerte, dass die deutschen Hersteller noch keinen geeigneten Elektro-Lkw auf den Markt gebracht hätten. SGS verwendet einen Umbau auf der Basis eines Transporters aus dem tschechischen Avia-Werk. Der britische Elektronikspezialist Smith baute den Motor ein, die Batterien stammen aus Rotterdam. Rund 120000 Euro koste so ein Fahrzeug mit vollelektrischem Antrieb, sagt Svetlin Stanev – mit Dieselantrieb wären es nur 35000 Euro.

Gleichwohl sollen weitere E-Transporter hinzukommen. Dabei hofft das Unternehmen auf Zuschüsse aus dem Masterplan „Green City“, der als Folge des Dieselskandals vom Bund und der Automobilindustrie aufgelegt wurde.


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