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23.03.2018, 06:32 Uhr KEIN SCHMUSEKURS

Nutrias sind keine Kuscheltiere

Von Anne Spielmeyer


Nutrias breiten sich immer weiter aus – und können Schäden anrichten. Foto: Jörn MartensNutrias breiten sich immer weiter aus – und können Schäden anrichten. Foto: Jörn Martens

Osnbrück. Achtung, diese Debatte ist eine unangenehme. Denn Nutrias haben in unseren Breiten nicht nur eine ökologische Nische, sondern auch Freunde gefunden. Ein Kommentar.

Die mümmelnden Tiere verkumpeln sich schnell und fressen Osnabrückern aus der Hand. Ein besorgniserregender Schmusekurs, der nicht nur Mensch und Wildtier schadet, sondern auch die überfällige Debatte über eine intensivere Jagd auf die Tiere erschwert. Wie geht man mit der possierlichen Biberratte um, die sich immer häufiger als Plagegeist entpuppt?

Viel weiter als unsere unmittelbaren Nachbarn kann man bei der Antwort nicht auseinander liegen: Während die Niederländer wegen millionenschwerer Schäden an ihren Deichen im Zeichen des Hochwasserschutzes die Nutrias als Schädling komplett vernichten wollen, unterliegen die Tiere in Nordrhein-Westfalen nicht einmal dem Jagdrecht. Doch auch dort werden über Ausnahmeregelungen inzwischen jährlich tausende Tiere erlegt – um heimische Arten zu schützen, wasser- oder landwirtschaftliche Schäden abzuwenden.

Will man den Bestand auch bei uns ernsthaft reduzieren, führt an einem guten, übergreifenden Nutria-Management kein Weg vorbei. Denn anders als unsere Gesetze machen die Pelztiere an den Grenzen nicht Halt.


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