Torben Heyen aus Voxtrup Durch die Wüste: Osnabrücker auf großer Fahrt

Von Steffen Siekmeier

Die „Wandering Otters“ (v.l.): Alexander Merk, Stefan Merk, Torben Heye, Andreas Jolta, Maximilian Böhm und Jakob Jung. Foto: Stefan MerkDie „Wandering Otters“ (v.l.): Alexander Merk, Stefan Merk, Torben Heye, Andreas Jolta, Maximilian Böhm und Jakob Jung. Foto: Stefan Merk

Osnabrück . Mehr als 50 Teams, ein Kamel als Hauptgewinn, 8000 bis 10000 Kilometer Strecke durch teils unwegsames Gelände von Straßburg bis Amman in Jordanien– und mittendrin ein Osnabrücker. Torben Heyen aus Voxtrup nimmt Anfang Mai gemeinsam mit fünf Freunden an der Europa Orient Rallye 2018 teil.

Allein die „Wandering Otters“, das Team von Torben Heyen, sind mit sechs Leuten und drei Autos vertreten. Wenn am 5. Mai der Startschuss fällt, geht eine der längsten Rallyes in ganz Europa in die nächste Runde. „Wir sind alle Rallye unerfahren“, berichtet Heyen. Die Idee habe Freund und Teammitglied Maximilian Böhm gehabt, der einen der begehrten Teamplätze erringen konnte. Er sei sofort begeistert gewesen, erzählt Heyen. Nach und nach seien dann Freunde und Bekannte dazugekommen.

Verschärftes Regelwerk

Die Rallye bringt einige spezielle Regeln mit sich. Die Autos müssen mindestens 20 Jahre alt sein oder dürfen nicht mehr als 1111,11 Euro kosten. Heyens Team setzt auf drei TÜV geprüfte alte BMW-Fahrzeuge. Dabei gelte: Lieber Benzin als Diesel, das Angebot sei in anderen Ländern besser, erklärt Heyen. Die Kosten für Übernachtungen in Hotels oder anderweitigen Unterkünften müssen pro Nacht unter 11,11 Euro bleiben – die Jungs wollen daher überwiegend im Auto oder Zelt schlafen. Zudem sind Autobahnen, Mautstrecken und Navigationssysteme verboten.

Sponsoren gesucht

Am Ende gibt es ein Kamel zu gewinnen. Genau wie die Autos wird das Tier in Jordanien für den guten Zweck verkauft. Überhaupt steckt mehr als nur Abenteuerlust hinter der Rallye: Mithilfe von Sponsorengeldern will das Team um Heyen einen Spendenbetrag für das SOS Kinderdorf in Amman sammeln. Die Freunde sind aktuell auf der Suche nach Sponsoren.

Erster Stopp: Istanbul

Nach dem Start habe jedes Team fünf Tage Zeit um nach Istanbul zu kommen, beschreibt Heyen die Streckenplanung. Zwölf bis vierzehn Tage Türkei, danach per Flugzeug und Schiff nach Isreal – Syrien wird ausgespart. Im Nahen Osten erwarte das Team zwei besondere Herausforderungen: Ein Militär-Konvoi begleite die Teilnehmer durch Palästina, anschließend führe die Route durch die Wüste in Jordanien. Zehn Länder würden auf der Tour durchquert. Ab der Türkei schlafe das Teilnehmerfeld in überwachten Camps.

Fest verwurzelt in Osnabrück

Heyen hat die ersten 21 Jahre in Osnabrück verbracht. Der Unternehmensberater ist mittlerweile in Stuttgart gelandet. Als „Quotenpreuße“ müsse er im überwiegend süddeutschen Team auch mal „um Respekt kämpfen“, sagt Heyen schmunzelnd. Er fühle sich sehr verwurzelt in Osnabrück, die „Eltern wohnen noch hier“, zudem habe er viele Freunde in der Hasestadt.

Jedes Teammitglied hat einen festen Aufgabenbereich, Heyen ist dabei für die Finanzen zuständig. Freund und Initiator Maximilian kümmert sich um die Streckenplanung und Organisation, auch für die Fahrzeuge sind zwei Leute abgestellt. Schließlich wollen die sechs Ende Mai mit so vielen Autos wie möglich in Amman ankommen.