Ein Bild von Rainer Lahmann-Lammert
21.03.2018, 18:46 Uhr HOCHSPANNUNG IN HELLERN

400 Meter Abstand? Eine Lachnummer!

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

In Hellern stehen die Wohngebäude ganz nah an der Hochspannungsleitung. Foto: Jörn MartensIn Hellern stehen die Wohngebäude ganz nah an der Hochspannungsleitung. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. In Hellern verlegt die Stadt einen Spielplatz, damit Kinder nicht der elektromagnetischen Strahlung der neuen 380-kV-Leitung ausgesetzt werden. Das ist gut gemeint, aber die Kinder, die in den Wohnhäusern direkt an der Trasse wohnen, hätten die Fürsorge wohl nötiger. Denn sie sind den Immissionen ständig ausgesetzt. Aber für dieses Problem ist kurioserweise niemand zuständig.

Es erscheint anachronistisch, dass die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und die Grenzwerte der Bundesimmissionsschutzverordnung so weit auseinander liegen. Dahinter steckt der alte Grundsatz, dass Energieanlagen privilegierte Vorhaben sind. Es wird Zeit, solche Prinzipien auf den Prüfstand zu stellen.

Dass die Dinge in Bewegung sind, zeigt das Beispiel Voxtrup, wo die Hochspannungsleitung unter der Erde verlegt wird. Aber auch in Hellern sind die Abstände zu den Häusern extrem kurz. Die immer wieder zitierte 400-Meter-Distanz wird da zur Lachnummer. Es gäbe gute Gründe, auch in Hellern ein Erdkabel zu bauen. Aber offensichtlich war der politische Druck nicht groß genug.


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