Rasen oder Parkplatz Den Sutthauser Pavillon gibt es nicht mehr

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Osnabrück. War er nun ein Stück „kultureller Identität“ des Osnabrücker Stadtteils Sutthausen oder nur ein heruntergekommenes Häuschen? Wie auch immer: Der Pavillon im Herzen Sutthausens ist weg.

Der Fahrer des Abrissbaggers brauchte nur einen Vormittag, das Häuschen im Schatten der Sporthalle an der Hermann-Ehlers-Straße abzutragen. Die in die Jahre gekommene Immobilie gehörte der Stadt, die keine Verwendung mehr dafür hatte. Eine Sanierung kam aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nicht in Frage, wie Finanzchef Thomas Fillep Ende Februar im Bürgerforum Sutthausen darlegte.

Viele Sutthauser hätten mit gemischten Gefühlen dem Abriss zugesehen, mutmaßt der Ur-Stutthauser Thomas Grave, der unweit des früheren Pavillons wohnt. „Ich persönlich habe dort bereits Ende der 60er Jahre Süßigkeiten gekauft. Man konnte damals noch einzelne Teile für 5 Pfennig erwerben“, schreibt Grave in einen Brief an unsere Redaktion. Der Pavillon ist unterschiedlich genutzt worden. Es gab einen Blumenladen, und verschiedene Bäckereien und Kiosk-Betreiber nutzten das bemerkenswerte Gebäude mit den verzierten Holzpfeilern.

Parkplatz oder Grünfläche?

Volker-Johannes Trieb, Künstler und bekennender Sutthauser, ärgert sich über den Verlust des Pavillons – und darüber, dass er nicht früher von den Abrissplänen erfahren hat. Er hätte sich dafür eingesetzt, diese für den Stadtteil charakteristische Häuschen zu erhalten. „Da ist ein Stück kulturelle Identität verloren gegangen“, bedauerte Trieb.

Im Bürgerforum hatte sich kein Widerstand gegen den Abriss geregt. Im Gegenteil: Es wurden Stimmen laut, die mit dem Abriss gewonnene Fläche als Parkplatz zu nutzen. Der Parkdruck an der Turnhalle und Grundschule ist groß. Die Stadt hatte ursprünglich vorgesehen, an dieser städtebaulich herausgehobenen Stelle eine Grünfläche zu schaffen. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde, der das Bürgerforum leitete, regte an, dass die Ratsmitglieder aus Sutthausen über Fraktionsgrenzen hinweg zusammen mit der Verwaltung eine Lösung erarbeiten.

Die Lösung lässt noch auf sich warten. Wie Stadtsprecher Gerhard Meyering auf Anfrage mitteilte, ist die Prüfung noch nicht abgeschlossen. „Die Stadt ist sich der dortigen Parkproblematik, die auch im Bürgerforum angesprochen worden ist, bewusst und bindet diese Thematik in ihren Abwägungsprozess ein“, teilte Meyering schriftlich mit.


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