Brief an Kaufleute Pünktlich zu Ostern: Stadt plant neue Weihnachtsbeleuchtung

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Das Osnabrücker Stadtmarketing unternimmt einen neuen Anlauf, die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt aufzuwerten. Vor sechs Jahren hatte die Stadt aus Kostengründen das Weihnachtslicht auf den Bäumen am Wall ausgeknipst.

Früher war mehr Lametta, beklagte einst Komiker Loriot in der Rolle des Opa Hoppenstedt. Früher war mehr Licht an Bäumen, Brücken und öffentlichen Gebäuden der Innenstadt, doch aus finanziellen Gründen zog die Stadt 2012 den Stecker. Seither überlässt es die Stadt allein der Kaufmannschaft, in der Weihnachtszeit für eine heimelige Illumination zu sorgen. Und so sicher sich der Advent nähert, so sicher kam in den Jahren stets die Klage des Handels über die Zurückhaltung der öffentlichen Hand. Diese bewegt sich nun.

Iris Pohl, Citymanagerin bei der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH, schickte im Februar eine Anfrage an alle Werbegemeinschaften: Die Stadt plane eine neue Weihnachtsbeleuchtung, brauche dafür aber die Unterstützung der Kaufmannschaft. „Das Signal, ob sich Händler, Gastronomen, Anlieger grundsätzlich beteiligen, ist wichtig für den weiteren Prozess“, heißt es in der Email der Citymanagerin. Über die Höhe der Kosten, Umfang und Art der Weihnachtsbeleuchtung könne zurzeit noch nichts Konkretes gesagt werden. „Wichtig ist aber, dass die Politik einen Hinweis bekommt, dass auch private Mittel zur Verfügung gestellt werden können, damit das Projekt weiter verfolgt werden kann.“

Kaufmannschaft ist grundsätzlich dafür

Das grundsätzliche Signal ist da – und es ist positiv, wie Iris Pohl auf Anfrage berichtet: „Die Idee kommt bei vielen gut an.“ Rückmeldungen, die auch unsere Redaktion erreichten, zeigen, dass ein großer Teil des Osnabrücker Einzelhandels bereit ist, sich finanziell zu engagieren. Eine geschmackvolle Weihnachtsbeleuchtung sei für die überregionale Ausstrahlung und Wahrnehmung enorm wichtig. Sie schaffe Emotionalität und Wohlfühlatmosphäre – etwas, was der Onlinehandel nicht zu bieten habe. Vertreter der Hasestraße unterstützen den Vorstoß, legen aber Wert darauf, dass die „unverwechselbare Individualität einzelner Straßen“ nicht verloren gehe. Auch die Kaufleute der Krahnstraße finden den Vorschlag der OMT im Prinzip gut. Sie sehen sich bei diesem Aufruf nicht in der Pflicht. Die Krahnstraße erzielt seit über einem Jahrzehnt mit einer herausgehobenen Beleuchtung die größte Ausstrahlung und Aufmerksamkeit.

Es mischen sich aber auch kritische Stimmen dazwischen: Eine schöne Weihnachtsbeleuchtung nutze wenig, wenn die Besucher nicht mit dem Auto stressfrei die Innenstadt fahren könnten, meldeten zwei Werbegemeinschaften zurück. Die Stadt müsse ihr Verkehrskonzept verbessern.

Lichtplaner war schon unterwegs

Ein Lichtplaner hat sich in der zurückliegenden Adventszeit im Auftrag des Stadtmarketings ein Bild von der Weihnachtsbeleuchtung gemacht und ein grobes Konzept für eine Weiterentwicklung erstellt. Auch öffentliche Gebäude wie die Wachtürme am Wall, das Heger Tor oder die Pernickelmühle könnten künftig weihnachtlich leuchten. Der Wallring ist zunächst die Grenze, sagt Iris Pohl. Ob in einem zweiten Schritt auch die Einfallstraße zusätzlich geschmückt werden sei noch offen. Die Fäden laufen bei Stadtbaurat Frank Otte zusammen, der im Laufe des Jahres dem Rat einen Vorschlag unterbreiten will.

LED-Leuchten

Dass die OMT jetzt aktiv wird, hat auch mit einer technischen Neuerung zu tun. Die LED-Leuchten verbrauchen so wenig Energie, dass das Kostenargument nicht mehr so großes Gewicht hat. Das war 2009 noch anders. Als die Stadt damals das größte Defizit ihrer Geschichte erwartete, suchten die Politiker nach Einsparmöglichkeiten und fanden sie auch bei der Weihnachtsbeleuchtung. Bis dahin finanzierte die Stadt den Lichtschmuck an zwölf Großbäumen am Wall. Wie das Stadtmarketing damals zu Protokoll gab, waren diese zwölf eigentlich zu wenig, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. Dafür müssten mindestens 27 Bäume im Licht erstrahlen. Also zog der Rat die Konsequenz und den Stecker. Er sparte damit 17000 Euro pro Jahr. 2010 und 2011 brannten die Lichterketten am Wall noch, weil der Fünfjahresvertrag mit einem Elektrounternehmen nicht gekündigt werden konnte. Ab 2012 blieb es am Wall und den Eisenbahnbrücken dunkel.