Sparkassenstiftung stellt Förderung ein Wer zahlt künftig für die Malgartener Klosterkonzerte?

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Prominenter Besuch aus Frankreich: Das Trio Wandererin der Malgartener Konzertscheune. Foto: David EbenerProminenter Besuch aus Frankreich: Das Trio Wandererin der Malgartener Konzertscheune. Foto: David Ebener

Die Malgartener Klosterkonzerte sind eine hochwertige Veranstaltungsreihe. Nachdem die Sparkassenstiftung die Förderung eingestellt hat, stellt sich die Frage, ob die Stadt Bramsche in die Reihe investiert.

Die Künstlerliste kann sich sehen lassen: Ragna Schirmer, Hille Perl, Franzsika Hölscher und Lauma Skride, Matthias Kirschnereit sind Größen im internationalen Klassikbetrieb. Und sie alle waren zu Gast bei den Malgartener Klosterkonzerten. In schöner Regelmäßigkeit lädt der Internationale Arbeitskreis für Musik (IAM) zu Konzerten auf internationalem Niveau in die heimelige Konzertscheune. Fragt sich nur, wie lange noch. Denn den Konzerten geht das Geld aus. Weiterlesen: Franziska Hölscher und Lauma Skride in Kloster Malgarten

100 Gäste pro Konzert

Nach zehn Jahren zieht sich die Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück aus der Förderung der Konzertreihe zurück. „Es sind ungefähr 100000 Euro reingeflossen“, sagt der Vorsitzende der Kreissparkasse Bersenbrück, Bernd Heinemann, der auch im Kuratorium der Stiftung sitzt. Dankbar erinnert er sich an ein Konzert mit der Pianistin Ragna Schirmer, steht der Reihe aufgeschlossen und warmherzig gegenüber. Und doch hat er im Kuratorium gegen die weitere Förderung gestimmt.

Nun könnte er sich auf eine rein formale Position zurückziehen: Förderung über einen Zeitraum von mehreren Jahren entspricht nicht dem Stiftungszweck. Heinemann nennt aber einen weiteren Grund für den Rückzug: Der Fördersumme steht eine recht begrenzte Anzahl an Besuchern gegenüber: Mehr als 100 Gäste fasst die Konzertscheune nicht. Wohl auch deshalb haben sämtliche Sparkassenvorstände und Politiker im Kuratorium haben gegen die Konzertreihe gestimmt. Weiterlesen: Das Signum Quartett spielt ein meisterhaftes Konzert in Malgarten

Das Diktat des Sparens

Bereits vor zwei Jahren ist der Leiter des IAM, Peter Koch, deswegen bei der Stadt Bramsche vorstellig geworden. Sein Ziel: institutionelle Förderung. Sein Argument: „Die größte Besuchergruppe kommt aus Bramsche“, sagt er. Allerdings weiß er auch: „Es steht alles unter dem Diktat des Sparens.“

Das bestätigt Andreas Quebbebaum, der Frakionsvorsitzende der oppositionellen CDU im Rat der Stadt Bramsche, genauso wie sein SPD-Kollege Oliver Niels: Der eine spricht von vier, der andere von fünf Millionen Neuverschuldung, so viel auf jeden Fall, dass die Politiker jeden Cent dreimal umdrehen. Die Haltung gegenüber den Klosterkonzerten geht allerdings ein bisschen auseinander: Quebbemann sieht mit Blick auf die „von der Menge her überschaubare Zielgruppe“ und die Kosten „keine Möglichkeit für eine ernst zu nehmende Förderung.“ Grünenchef Dieter Siekmeyer erkennt das „Highlight im Leben der Stadt, das wert ist, erhalten zu werden.“ Deshalb will er das Thema in der Fraktion beraten, prognostiziert aber jetzt schon, dass die Stadt Bramsche „sicher nicht in Gänze die ausbleibenden Mittel der Sparkassenstiftung ausgleichen“ wird. Und Niels rät Koch, vor den nächsten Haushaltsberatungen einen Förderantrag einzureichen. Dann müsse man Kosten und Nutzen abwägen.


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