Sutthauser Bahnhof Osnabrücks erster Mobilitätsknoten ist fertig

Von Wilfried Hinrichs


Osnabrück. Bahnhof, Parkplatz, Haltestelle, Fahrradstation: Der Platz vor dem Sutthauser Bahnhof zeigt heute, wie die Mobilität morgen aussehen kann. Der Umbau ist abgeschlossen, die Zukunft kann kommen.

Das fußballfeldgroße Areal hat eine große Karriere vom Schotterplatz zum Mobilitätspunkt hinter sich. Vor zehn Jahren etwa, so erinnerte sich Oberbürgermeister Wolfgang Griesert am Dienstag bei der offiziellen Freigabe, hätten die Planungen begonnen. In mehreren Schritten sei nun eine „neue, ästhetische Eingangssituation“ entstanden, die mehrere Verkehrsmittel vorbildhaft verknüpfe. Park & Ride in vielen Variationen: vom Rad in die Bahn, vom Auto in den Bus, vom Bus aufs Rad, von der Bahn ins Auto und alles auch umgekehrt.

Die Bezeichnung Knoten passt in doppelter Hinsicht – zur Verkehrsfunktion und zu den unterschiedlichen Interessen, die an dieser Stelle zusammentreffen. Die Stadtwerke etwa verlangten nach einem komplikationslosen Wendebogen für die Busse. Sie sollten nicht, wie ursprünglich geplant, 600 Meter weiter zum Holzhauser Kreisel fahren müssen, weil das Zeitverluste und Kosten erzeugt hätte. Das Restaurant im Sutthauser Bahnhof braucht Stellplätze vor der Tür. Auch der Haller Willem muss für Fahrgäste mit dem Auto erreichbar sein, Radfahrer benötigen sichere und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten für ihre Zweiräder. Es ist den Planern gelungen, all diese Anforderungen unter einen Hut zu bringen, wie Griesert und Stadtwerke-Vorstand Stephan Rolfes übereinstimmend sagten.

Die Fahrradgarage mit Ladestation für Ebikes fehlt zwar noch, werde aber demnächst errichtet, so Rolfes. Auch die Ladestation für Elektorautos sei im Werden. Die Industrie habe wegen der plötzlich großen Nachfrage nach Ladestationen lange Lieferzeiten. Für 2019 oder 2020 kündigte Rolfes die nächste Ausbaustufe dieses Mobilitätspunktes an. Dann soll hier eine Ladebrücke für die Elektrobusse im Nahverkehr entstehen. Der Sutthauser Bahnhof ist einer von drei Mobilitätspunkten der höchsten Kategorie in der Stadt, die anderen sind Haste und in Düstrup geplant.

1,6 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, davon zahlten die Stadtwerke 400000 Euro. Mit neun Monaten Bauzeit haben die Baufirmen das vorgegebene Ziel deutlich unterboten. Ziel sei es gewesen, zur Eröffnung der Landesgartenschau in Bad Iburg am 18. April fertig zu sein, sagte Jürgen Schmidt, Leiter des städtischen Tiefbauamtes.

Und ein altes Ärgernis soll mit der Neugestaltung des Platzes beseitigt sein: Die kunstvollen, von Volker Johannes Trieb geschaffenen Wartehäuschen hatten den Nachteil, dass die Buskunden bei schlechtem Wetter im Regen standen. Die Häuschen erhielten an den Flanken zusätzliche Scheiben und wurden so in die Wetterseite gedreht, dass die Fahrgäste nun besser geschätzt sein sollen. „Das hoffen wir zumindest“, sagte Stadtwerke-Vorstand Rolfes.