Orgel, Chor und Sologesang Passionsmusik mit der Kantorei von St. Marien

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ernst und ergreifend: die Matthäuspassion mit der Kantorei von St. Marien. Foto: Egmont SeilerErnst und ergreifend: die Matthäuspassion mit der Kantorei von St. Marien. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Die musikalischen Passionswerke machen das Leiden Christi besonders anschaulich. Ein solches Erlebnis bietet auch die Matthäuspassion von Heinrich Schütz, geleitet unter eigener Mitwirkung von Carsten Zündorf.

Auf der Orgel spielt Zündorf Präludium und Fuge e-Moll von Johann Sebastian Bach. In der Fuge steigt der Dux chromatisch abwärts, was sich im Verlauf des Stückes immer wiederfindet. Gleicht das nicht einer Treppe, die musikalisch in das Passionsdunkel hinabführt? Thematisch passen auch die Choralvariationen über „Da Jesus an dem Kreuze stund“ von Samuel Scheidt. Diese etwas gleichförmigen Stücke leben auf durch Klangfarben verschiedener Orgelregister.

Chorisch baut sich der nötige Ernst durch zwei Motetten auf. Bei „In monte olivetti“ von Jan Dismas Zelenka überwiegen verschlungen polyphone Stimmführungen. Johann Kunaus „Tristis est anima mea“ bringt homophon gebündelte Klangentfaltung zur Geltung. Der Marienkantorei gelingt es dabei, zwei geschlossen ausdruckstarke Chorsätze zu präsentieren.

Ganz nahe an die Hörerschaft heran „beamt“ dann die Matthäus Passion SWV 479 jene schrecklichen und dabei zwingend ablau-fenden Geschehnisse der Verhaftung und Kreuzigung Christi.

In den Turbachören steigert sich die Marienkantorei kontinuierlich bis zum ergreifenden Schlusschor. Als Soliloquenten treten wirkungsvoll die Choristen Otmar Binder, Thorsten Both, Michael Breuning, Karin Keller, Carina Lasch Lind, Michael Peusch, Jürgen Sander und Jesse Zündorf in Erscheinung.

Einen stets gefassten und sehr sonoren Christus gibt der Bassist Martin Schneider. Tragende Säule der Aufführung ist Carsten Zündorf. Nicht nur, dass er wie gewohnt dirigiert. Nein, er überzeugt auch über weite Strecken mit seiner weichen Tenorstimme als Evangelist, lyrisch und durchaus steigerungsfähig.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN