Bewegen wie in Mosambik Tanz-Workshop zu „Medea²“ am Theater Osnabrück

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Mosambikanische Tänze im Workshop geübt worden. Foto: Hermann PentermannMosambikanische Tänze im Workshop geübt worden. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Eine Musik-Collage aus europäischen und mosambikanischen Ursprüngen prägt die Inszenierung „Medea²“ im Osnabrücker Emma-Theater, ebenso wie die Zusammenarbeit der sechs Schauspieler aus zwei Ländern. Ein Tanz-Workshop als Begleitprogramm zur Inszenierung brachte nun Osnabrücker Teilnehmerinnen Kultur und Musik des afrikanischen Landes näher.

Es sind sieben Frauen und zwei Mädchen, die sich für die Aktion auf der Probebühne des Theaters Osnabrück angemeldet haben. Noch vor dem eigentlichen Beginn geraten sie schnell mit Dramaturg Jens Peters, aber auch mit den Schauspielern Yolanda Fumo, Dalila Figueiredo und Jorge Maria Vaz sowie Intendantin Manuela Soeiro und Musiker Celso Durão ins Gespräch. Offensichtlich haben fast alle die Inszenierung im Emma-Theater gesehen und sind davon tief berührt. (Weiterlesen: „Medea2“ als Koproduktion mit Mosambik beeindruckte)

Voller Körpereinsatz gefragt

Später sind es zwei afrikanische Tänze, die die Mosambikaner den deutschen Frauen beibringen. Die Marabenta ist ursprünglich eher für Frauen gedacht und kommt aus den Städten des Landes, so beschreiben es die Afrikaner. Sie ist sehr kraftvoll und erfordert vollen Körpereinsatz. Die Schrittfolge erfordert Kicks mit den Füßen, Seitschritte, Kreisbewegungen und kleine Sprünge. Dazu kommen nahezu unablässige Hüftschwünge und Bewegungen des Oberkörpers. Das sieht bei den Schauspielern richtig gut aus und führt auch bei den deutschen Teilnehmerinnen schnell zu Erfolgserlebnissen.

Musiker Celso Durão begleitet die Schritte auf seinen afrikanischen, überwiegend selbstgebauten Instrumenten. Die Mbila erinnert klanglich an ein Marimbaphon, wobei hier Kalebassen, also ausgehöhlte und getrocknete Fruchthülsen den mit einem Schlägel auf Holz erzeugten Klang verstärken.

Die Xitende erinnert optisch an einen Bogen. Bei ihr ist ein Draht wie eine Sehne an zwei Enden eines Holzstabs befestigt, eine Kalebasse dient auch hier als Klangkörper. Die Xitende erzeugt nur wenige verschiedene Töne.

Eigentlich ist der Xigubo-Tanz zumindest in Mosambik nur für Männer gedacht. Denn das stilisierte Ritual erinnert an traditionelle Kämpfe und wird mit Speer und Schild ausgeführt. Den Osnabrücker Frauen ist das aber egal und sie lernen auch diese Schrittfolge mit großer Begeisterung.

Einblick in die Kultur der Heimat

Zum Abschluss des gut anderthalb-stündigen Workshops vermitteln die Dozenten mit Videos und den mitgebrachten Anschauungsobjekten noch einen tiefer greifenden Einblick in die Kultur ihrer Heimat. Sprachbarrieren spielen dabei wie den gesamten Nachmittag über übrigens keine Rolle.

Fast alle Beteiligten sprechen Englisch und wenn es damit einmal hapert, steht ein portugiesisch-deutscher Dolmetscher bereit. Das ist die offizielle Amtssprache des Landes, in dem sonst über 43 verschiedene Sprachen gezählt werden.


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