Tabula rasa in Osnabrück-Voxtrup Voxtruper Schönheitsfehler?

Von Rainer Lahmann-Lammert

Große Empörung gab es vor vier Jahren, als im „Grünen Garten“ die Motorsägen kreischten. Jetzt stehen die Zeichen auf Pragmatismus. Archivfoto: Klaus LindemannGroße Empörung gab es vor vier Jahren, als im „Grünen Garten“ die Motorsägen kreischten. Jetzt stehen die Zeichen auf Pragmatismus. Archivfoto: Klaus Lindemann

Osnabrück. Für Voxtrup ist es ein Gewinn, dass 79 neue Wohnungen in einer so günstigen Lage entstehen können. Grundschule und Kindergarten sind nicht weit, der Bus hält vor der Tür, an Einkaufsmöglichkeiten und Praxen in der Nähe mangelt es nicht. Insofern ist der „Grüne Garten“ als Baugebiet besser geeignet als jede Fläche in der freien Landschaft. Aber gibt‘s da nicht einen kleinen Schönheitsfehler?

Vor vier Jahren war die Empörung groß, als in Voxtrup die Motorsägen kreischten. Stattliche Bäume verschwanden von der Bildfläche und es war offensichtlich, dass da jemand tabula rasa machen wollte, um die Fläche als Bauland zu versilbern. So weit dürfe es nicht kommen, tönte es damals aus dem Stadtentwicklungsausschuss. Aber daran möchte jetzt wohl keiner erinnert werden.

Die Welt hat sich weitergedreht, wie es Stadtplaner Schürings so nett ausdrückt. Mit der Wohnungsnot haben sich die Gewichte verschoben, die Zeichen stehen auf Pragmatismus. Und jene, die sich damals so lautstark empört haben, merken vielleicht, dass sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben.