Modell für Osnabrück? Gemeinschaftsaktion auf dem Friedhof in Atter

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Osnabrück. So wird’s gemacht: Als sich Bürger aus Atter über den beklagenswerten Zustand des Friedhofs in ihrem Stadtteil bei der Stadt beschwerten, rief Oberbürgermeister Wolfgang Griesert dazu auf, gemeinsam an die Arbeit zu gehen. Am Freitag packten Bürger und Mitarbeiter des Service-Betriebs an. Ein Modell für ganz Osnabrück?

Ein knappes Dutzend freiwilliger Helfer griff am Freitagnachmittag zu Spaten, Harke und Schiebkarre, um den Friedhof am Eikesberg wieder in einen Zustand zu versetzen, der der Würde dieses Ortes entspricht. Das war lange Zeit nicht so. Im Dezember reichte es den drei Sprechern des Runden Tisches Atter. Heinz-Hermann Tormöhlen, Jürgen Lamping und Wilhelm Schmiemann-Kalkmann forderten in einem geharnischten Brief von der Stadt „endlich Konsequenzen“. Der „miserable Pflegezustand“ sei ein „seit Jahren immer größer werdendes Problem“. Dem Osnabrücker Service-Betrieb (OSB) warfen sie vor, nur noch oberflächlich den Rasen zu mähen und sich ansonsten aus der Verantwortung zu stehlen.

Zu wenig Kapazitäten

Der OSB hat nach eigenen Angaben keine personellen Kapazitäten, den gewünschten Pflegestand zu halten. OSB-Chef Axel Raue schlug deshalb vor, den offensichtlichen Mangel in der Friedhofspflege durch ehrenamtliches Engagement der Atteraner Vereine auszugleichen. Der OSB wäre bereit, die Arbeitsgeräte zur Verfügung stellen und die Freiwilligen mit einer Haftpflichtversicherung ab zusichern.

Der Runde Tisch nahm das Angebot an. Eva Güse, Abteilungsleiterin Friedhöfe und Bestattungen, stimmte am Freitag die Arbeiten mit den Freiwilligen ab. Zuvor hatten die Profis vom OSB schon die schweren Umrandungen aufgegebener Gräber entfernt, Grasflächen gefräst und Wege neu angelegt. Eva Güse kann sich gut vorstellen, auch auf anderen städtischen Friedhöfen mit Freiwilligen Hand in Hand zu arbeiten. Am Vortag erst hatte sie mit Oberstufenschülern und Mitgliedern der Reservistenkameradschaft die Kriegsgräber auf dem Johannisfriedhof gereinigt. „Das war jetzt Zufall, aber solche Kooperationen wären ja auch an anderen Stellen denkbar“, sagte sie.

Auch der Forderung der Atteraner nach alternativen Bestattungsformen ist die Stadt nachkommen. Wiesengräber und Urnengemeinschaftsgräber sollen noch in diesem Frühjahr eingerichtet werden.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hatte dem Runde Tisch Atter in einem Brief geantwortet, Stadt und OSB hätten hohes Interesse am Gelingen „eines Pilotprojektes zur Pflege unseres Friedhofes in Atter mit Unterstützung der Vereine in Atter“. Vielleicht werde das Jahr 2018 „für ein erstes Kooperationsprojekt der Bürgerinnen und Bürger in Osnabrück zur Aufrechterhaltung unserer Friedhofskultur stehen“. Der Anfang ist am Freitag am Eikesberg gemacht worden.


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