Gefahr auf der Osningstraße Osnabrücker Bürgerforum: Autos auf Abwegen

Von Jann Weber

Verkehrsberuhigt soll sie sein: Aber Anwohner der Osningstraße berichten davon, dass viele Autofahrer ihre Straße als Abkürzung nutzen. Foto: Michael GründelVerkehrsberuhigt soll sie sein: Aber Anwohner der Osningstraße berichten davon, dass viele Autofahrer ihre Straße als Abkürzung nutzen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Eine verkehrsberuhigte Wohnstraße als Abkürzung für Autofahrer, die Gestaltung des Riedenbaches und der Plan für den Bahnhalt am Rosenplatz: Über Themen wie diese diskutierte das Bürgerforum für die Stadtteile Fledder und Schölerberg.

Die Osningstraße als schnelle Abkürzung? Die Anwohner sind nicht erfreut darüber, dass Autofahrer ihre verkehrsberuhigte Straße nutzen, um von der Meller Straße aus zur Iburger Straße zu gelangen. Einer der Nachbarn ist Heinz Rölker. Er beschrieb die Situation so: „Fußgänger werden von der Straße verdrängt, Radfahrer überholt, obwohl die Straße viel zu schmal ist. Spielen auf der Straße ist undenkbar, weil lebensgefährlich.“

Gefährliche Abkürzung

Rölkers Vorschlag lautet, die Osningstraße so zur Einbahnstraße umzugestalten, dass Autos nicht mehr von der Meller Straße aus hineinfahren dürfen. Und es soll nach seiner Ansicht dabei bleiben, dass Autos nicht von der Iburger auf die Osningstraße fahren dürfen. Aber wie kämen dann die Autos überhaupt auf die Osningstraße? Andere Anwohner aus dem Quartier zeigten sich nicht davon begeistert, dass dann andere Straßen stärker belastet werden. Die Verwaltung hatte dagegen eine Einbahnstraße von der Meller Straße aus hin zur Iburger Straße favorisiert – was weder Rölker noch Anwohner im Quartier auf der gegenüberliegenden Seite der Iburger Straße gefällt, weil die bestehende Abkürzung bliebe. Eine Anwohnerin der Siebensternstraße ist sich sicher, dass Autofahrer den Weg über die Osningstraße an ihrer Wohnung vorbei fortsetzen, um dann mit einem Schlenker über die Wörthstraße zur Sutthauser Straße zu gelangen. Der Wunsch von Anwohnern nach Geschwindigkeitsüberwachungen bleibt unerfüllt, weil sich dort weder ein Unfallbrennpunkt noch ein Gefahrenpunkt – etwa eine Schule – befindet. Damit folgt die Stadt einem niedersächsischen Erlass.

Falschparker am Riedenbach

Ganz in der Nähe verläuft der Riedenbach – rechts und links von einer gleichnamigen Straße umsäumt. Auch hier suchen Autofahrer Abkürzungen, aber in diesem Bürgerforum stand ein anderes Problem im Vordergrund: Anwohner stellen fest, dass dort an Schultagen Autos „verkehrsgefährdend“ geparkt werden. Manche nehmen an, dass es sich um motorisierte Berufsschüler handelt – und wünschen sich ebenfalls eine Einbahnstraßenregelung zwischen der Pattbrede und dem Wulfekamp. Die Verwaltung sieht diesen Wunsch skeptisch, doch Ratsherr und Landtagsabgeordneter Frank Henning (SPD), der das Bürgerforum leitete, meinte: „Wir müssen das noch mal mitnehmen.“

Radfahrer auf der Einbahnstraße

Radfahrer aus dem Quartier hatten sich gewünscht, dass sie am Riedenbach auf einem Teil der bestehenden Einbahnstraße zwischen Vila-Real-Platz und der Schölerbergstraße entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs sein dürfen. Das will die Verwaltung nicht erlauben. Eine Verkehrsschau habe ergeben, dass es wegen der Verhältnisse auf der Strecke für die Radfahrer dann zu gefährlich wird.

Am Bach scheiden sich die Geister

Das Bürgerforum teilte sich in mindestens zwei Lager, als es um die Einschätzung des eigentlichen Riedenbaches und dessen Ufer ging. Moddrig sei es dort, kritisierten einige. Das Wasser fließe nicht, bemängelten andere, während weitere meinten, das solle so sein. Das Ufer wachse in die Höhe, weil jedes Jahr auf abgeknickten und abgestorbenen Gräsern die nächste Generation wachse, hieß es weiter. Die Nachbarn sind sich nicht einig darüber, was erwünscht und schön ist. Henning hält eine fachliche Begleitung für erforderlich und wünscht sich eine weitere Ortsbegehung.

Zwei Straßen und ein Wunsch

Anwohner der Overbergstraße leben seit fünf Jahren mit einer provisorischen Schwarzdecke und warten darauf, dass ihre Straße fertiggestellt wird. Auch an der renovierungsbedürftigen Wartenburgstraße ist die Geduld der Anwohner recht strapaziert: Seit 2011 wird über den Ausbau gesprochen, doch folgten keine Taten. In beiden Fällen spricht Frank Henning von „Licht am Ende des Tunnels“: Er berichtete, dass die Verwaltung für den Haushalt ab 2019 die Erneuerung der beiden Straßen berücksichtigen will.

Mit dem Zug vom Rosenplatz nach Bielefeld

Nach Bielefeld und zurück: Der Bahnhalt Rosenplatz soll Ende 2021 in Betrieb gehen. Jannik Littek vom Fachbereich Städtebau will in den kommenden Wochen mit „konkreten Planungen“ beginnen. Der Halt wird sich demnach näher an der Sutthauser Straße befinden als an der Iburger Straße. Ein besonderer Schwerpunkt sei die Erreichbarkeit für Fußgänger und Radfahrer sowie die Nähe zu den Bushaltestellen.

Abzweigung der Bahn nach Münster zu teuer?

Weshalb fahren die Züge dann nicht auch nach Münster? Das wäre nach Auffassung der Anwohnerin Ortrun Niethammer zwar teurer, aber „technisch möglich und sinnvoll“. Da hakte Kämmerer Thomas Fillep ein. Für eine technisch aufwendige Abzweigung nach Münster viel Geld auszugeben halte er nicht für sinnvoll. Außerdem gebe es für Reisende nach Münster eine Alternative: „Der Hauptbahnhof befindet sich nur 1,1 Kilometer von dem Haltepunkt entfernt.“

Efeu als Schutzmantel für Bäume

Thomas Fillep ist zwar „der Herr des Geldes“, wie Frank Henning ihn bezeichnet, doch auch ein Freund der Bäume. Als ein Anwohner meinte, Bäume würden leiden, wenn Efeu an ihnen hochranke, hielt Fillep ihm entgegen, das Gegenteil sei der Fall: Efeu schütze die Bäume sogar.