Heitere Lesung im NOZ-Medienzentrum Szenen einer Nahner Kindheit

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Aus seinem Buch „Unterm Paradies“ las Joachim Nielsen am Donnerstag im NOZ-Medienzentrum. Foto: OsterfeldAus seinem Buch „Unterm Paradies“ las Joachim Nielsen am Donnerstag im NOZ-Medienzentrum. Foto: Osterfeld

Osnabrück. Aus seinem Buch „Unter´m Paradies“ über seine 1960er-Kindheit im heutigen Osnabrücker Stadtteil Nahne hat Joachim Nielsen am Donnerstag im NOZ-Medienzentrum gelesen.

Eine ungezähmte Kindheit ohne Smartphones, in der eine Gruppe fast gleichaltriger Cousins und Brüder eine Spritztour im Mercedes Unimog unternimmt, furchtlos einen alten Bunker erforscht oder im Keller sämtliche Etiketten von den Weinflaschen entfernt. Erst als Ich-Erzähler Joachim seiner kleinen Schwester im Pottgrabenbad das Schwimmen beibringen soll, stößt auch er an seine Grenzen.

Unter der Gaststätte

Der Titel „Unter´m Paradies“ bezieht sich auf die Lage des Elternhauses unterhalb der Gaststätte „Zum Paradies“. (Weiterlesen: 50 Jahre TuS Nahne – Im „Paradies“ fing alles an) Zum Schreiben ermunterte ihn seine Frau Kerstin Tieste, der er so oft von seinen Erlebnissen als Jüngster einer siebenköpfigen Jungenbande erzählte, dass die fand: „Was mich erfreut, erfreut sicher auch andere.“ Also machte sich Joachim Nielsen ans Werk und schrieb „frei weg“ 45 heitere wie nachdenkliche Geschichten aus seiner Kinder-und Jugendzeit in den Jahren 1959 bis 1974. (Weiterlesen: Mit Nahne verheiratet – Bürgermeister Bernhard Avermann förderte Kirchenbau und Vereine)

Eine Auswahl daraus las er im NOZ-Medienzentrum – und nicht wenige der früheren Nahner Nachbarn im Publikum rätselten, wer sich wohl hinter welchem Pseudonym verbergen mochte. Denn bis auf den kindlichen Helden, verpasste Nielsen sämtlichen Protagonisten neue Namen. So etwa dem „Zorro“ genannten Pastor Günsel, dessen Sonntagsmessen die Kinder ebenso langweilten wie der Kommunionunterricht. Kaum beliebter waren die Flötenstunden bei Frau Polljan in der Osnabrücker Ameldungstraße. Dafür wurde die Motorradfahrt zweier älterer Schüler durch die Pausenhalle zum Auslöser für Nielsens Vorliebe für rasante Feuerstühle. Die Geschichte um den alten Schuster Wollmann, in dessen Werkstatt an der Iburger Straße der kleine Joachim Schuhe polieren durfte, spiegelte wiederum die wehmütigen Erinnerungen an ein untergegangenes Handwerk wider. (Weiterlesen: Im Osnabrücker Stadtteil Nahne trifft Land-Idylle auf Stadtverkehr)

Musikalische Begleitung

Den passenden nostalgischen Soundtrack zur Lesung lieferte Musiker Max Whites alias Martin Weitzmann aus Neuenkirchen-Vörden, der mit seiner Gitarre Neil Youngs „Hey Hey, My My“ oder den Deep-Purple-Klassiker „Smoke on the Water“ interpretierte. (Weitere Artikel zur Geschichte Osnabrücks finden Sie hier)

Das Buch „Unter´m Paradies“ ist im NOZ-Medienzentrum für 20 Euro erhältlich oder über den Autor unter www.see-atelier.de zu beziehen.


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