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Friedrich und Levert Rost Osnabrücker Zwillinge werden 95

Von Lea Birke

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lbi Osnabrück. Sie waren gemeinsam in der Schule, in der Lehre und im Krieg. Jetzt feiern die Osnabrücker Zwillinge Friedrich und Levert Rost ihren 95. Geburtstag.

So oft geschieht es nicht, dass ein Zwillingspaar gemeinsam den 95. Geburtstag feiert. Friedrich und Levert Rost erleben dieses Ereignis am Samstag, 17. März. Dann wird der Ehrentag im Kreise der Familie gefeiert. (Weiterlesen: Fakten und Zahlen zum Thema Zwillinge)

Geboren 1923, verbrachten sie ihr ganzes Leben miteinander. Sie wuchsen zunächst in Schüttorf auf, wo sie bis heute verwurzelt sind und wohin es sie immer wieder zurückzieht. Als eines von nur wenigen eineiigen Zwillingspaaren seien sie in ihrem Heimatort bekannt gewesen wie die bunten Hühner, erinnert sich Levert Rost. Nach dem Umzug nach Osnabrück 1933 besuchten beide das Ratsgymnasium und absolvierten später eine kaufmännische Lehre im Textilbetrieb des Vaters. (Zahlreiche Artikel zur Geschichte Osnabrücks finden Sie hier)

Nur einen Geburtstag ohne den Bruder gefeiert

1942 wurden beide in die Wehrmacht einberufen und dienten von da an immer in derselben Einheit. Während des Krieges waren sie das einzige Mal in ihrem Leben über einen längeren Zeitraum getrennt. Da Levert Rost wegen eines Aufenthalts im Lazarett drei Monate nicht in Friedrichs Nähe sein konnte, war ihr 21. Geburtstag der einzige, den sie nicht zusammen feierten. Im Juni 1945 kehrten beide gemeinsam aus dem Krieg zurück.

Abstand brauchten die Brüder jedoch auch nie. Bis heute wohnen sie in Osnabrück nah beieinander, waren zeitweise sogar fast Nachbarn. „Das hat sich so ergeben“, sagt Friedrich Rost. „Es war schwer, uns zu trennen.“

Beide sind noch immer sehr fit, waren nie länger erkrankt und leben mit ihren Ehefrauen in ihren eigenen Wohnungen. Auch ihre Frauen stammen aus einem Ort; der eine Bruder heiratete die Tochter des Lehrers, der andere die des Pastors. (Weiterlesen: Studie erforscht Ungleichheit – Mit Zwillingen auf der Spur des Erfolgs)

Regelmäßig werden sie verwechselt

Nachdem die Eltern bei der Geburt von gleich zwei Söhnen eine Überraschung erlebten, kam es häufig zu Verwechslungen. Selbst Leverts Tochter erkannte ihren Onkel Friedrich einmal erst im letzten Moment. So erwiderten die beiden auf der Straße auch grundsätzlich den Gruß jedes Unbekannten, der sie offensichtlich für den jeweils anderen hielt. Ihre Lehrer schauten oft einmal den Falschen an, wenn sie mit einem von ihnen sprachen. Doch ausgetrickst haben die Brüder ihre Lehrer oder Verwandten nie. Ganz im Gegenteil hieß es bisweilen gleich von Anfang an: „Ich bin der andere.“

„Solange wir nicht verheiratet waren, haben wir uns sogar gleich gekleidet“, so Levert Rost. Bis zur Krawatte hätten sie damals ihre Kleidung abgesprochen, was schon mal zu Problemen beim Krawattenkauf geführt habe, wenn es nur ein Exemplar gab. (Weiterlesen: Gemeinsame oder getrennte Klasse – Einschulung von Zwillingen: Kinder eigenen Weg finden lassen)

Für den Bruder eingesprungen

Doch einige Vorzüge hatte die Ähnlichkeit auch: Als Levert Rosts heutige Frau Friedel ihren Verwandten ihren neuen Verlobten vorstellen wollte, war dieser krank. Kurzfristig sprang Bruder Friedrich ein und Friedel musste der Familie erklären: „Das ist nicht mein Verlobter, aber er sieht genauso aus.“


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