Jungbulle verlässt Zoo Osnabrücker Giraffe zieht in niederländische Männer-WG

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Giraffenbulle Dayo, geboren im Zoo Osnabrück, lebt nun im niederländischen Safaripark Beekse Bergen. Foto: Hanna Rickert/Zoo OsnabrückGiraffenbulle Dayo, geboren im Zoo Osnabrück, lebt nun im niederländischen Safaripark Beekse Bergen. Foto: Hanna Rickert/Zoo Osnabrück

Osnabrück. Giraffenjungbulle Dayo aus dem Osnabrücker Zoo zieht es in die Niederlande: Am Donnerstag ging es für das Tier in den Safari-Park Beekse Bergen, wo er sich einer Junggesellengruppe anschließt. Grund für den Umzug: Dayo pubertiert.

„Dayo ist schon ein besonders liebenswerter Charakter“, wird Tierpflegerin Petra Kunze in einer Mitteilung des Zoos zitiert. „Er ist sehr liebenswürdig und auf die Tierpfleger bezogen. Besonders gerne kam er zu uns, um sich eine Banane oder Möhre abzuholen. Allerdings merkten wir in letzter Zeit deutlich, dass er in die Pubertät kommt.“ (Rückblick: So war Dayos erster Auftritt im Osnabrücker Zoo)

Dayo wollte schon die Chefrolle einnehmen

Weil der Weg zur Geschlechtsreife auch an Tieren nicht spurlos vorbeigeht, zeigte Dayo zuletzt, wie stur er sein kann. Auf Ärger habe er reagiert, indem er mit dem Kopf um sich schlug. Da der knapp dreijährige Bulle ohne seinen Vater Edgar aufwuchs, habe er inzwischen auch schon die Chefrolle übernehmen wollen.

Gleichzeitig habe Dayo bereits versucht, Halbschwester Nanji zu bezirzen und sei ihr ständig hinterhergelaufen. „Obwohl Nanji vier Jahre älter ist als Dayo, klebten sie von Anfang an zusammen wie Pech und Schwefel. Als Dayo im April 2015 auf die Welt kam, passte Nanji sogar auf ihn auf“, so Kunze. (Weiterlesen: Zoo weist Inzucht-Vorwürfe bei Dayo zurück)

Dayo geht eigene Wege

Nun muss Dayo nach Angaben des Zoos eigene Wege gehen. Bis er als ausgewachsener Bulle in eine eigene Kuhherde kommt, wird er in einer Junggesellengruppe im niederländischen Safaripark Beekse Bergen leben. Am Donnerstag habe er gegen 17.30 Uhr zielstrebig innerhalb von zweieinhalb Minuten den Spezialtransporter betreten und sei gegen 21 Uhr wohlbehalten in seinem neuen Zuhause angekommen.

Zucht wird über Zuchtbücher koordiniert

Die Zucht der Zootiere werde bei vielen Tierarten, insbesondere bei den gefährdeten, über sogenannte Zuchtbücher koordiniert, wie Andreas Wulftange, Kurator im Zoo Osnabrück, erläutert: „Für die jeweilige Tierart gibt es einen sogenannten Zuchtbuchkoordinator, der in einem Zuchtbuch europaweit festhält, wo welche Tiere leben und welche nach bestimmten Kriterien gut zusammenpassen. Der Koordinator stellt dann entsprechende Gruppen zusammen oder gibt Empfehlungen, wo ein bestimmtes Tier gut hinpasst. So können wir eine Nachzucht nach wissenschaftlichen Standards und gesunde Jungtiere gewährleisten.“

Vier Giraffenkühe bleiben im Zoo

Im Zoo Osnabrück leben jetzt noch vier Giraffenkühe: Dayos Mutter Ursula (18), Manja (7), Nanji (6) und Mabili (2). In nächster Zeit ist nicht geplant, dass ein Giraffenbulle für weiteren Nachwuchs einzieht.


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