Kritik am Waffenhandel mit Türkei Linke Gruppen demonstrieren in Osnabrück gegen Bomben auf Afrin

Von Jörg Sanders


Osnabrück. Am Donnerstagabend haben rund 80 Teilnehmer mit einer spontanen Demonstration in Osnabrück auf die Lage der Kurden im syrischen Afrin aufmerksam gemacht.

Die Demo startete am Neumarkt, die Teilnehmer zogen durch die Große Straße bis zum Rathaus. Aufgerufen zu der Demonstration hatten die Linke Hochschulgruppe sowie das autonome Zentrum. Die Mehrheit der Teilnehmer waren Kurden.

„Wir sind besorgt über die Lage in Afrin und wollen darauf aufmerksam machen“, sagte eine Sprecherin unserer Redaktion. In der syrischen Kurdenregion spitzt sich die humanitäre Lage dramatisch zu, Hunderttausende Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten, die türkische Armee kesselte die Stadt ein. Die Organisatoren der Demo beklagen, dass Deutschland die Türkei mit Waffen aus deutscher Produktion beliefere, die die Türkei dann gegen die Kurden einsetze. Deutschland mache sich am „Mord an kurdischen Zivilisten“ mit schuldig, heißt es auf einem verteilten Flugblatt. Zudem beklagen die Organisatoren das Fehlen von „größeren Reaktionen“ vonseiten der internationalen Gemeinschaft im Syrienkonflikt. „Wir fordern, dass Deutschland endlich Stellung bezieht“, sagte die Sprecherin.

Spontane Versammlung

Die Polizei war vor Ort und begleitete die Demo, obwohl diese nicht angemeldet war. Demonstrationen müssen im Vorhinein angemeldet (aber nicht genehmigt) werden, bei spontanen Aktionen überwiegt jedoch der Grundsatz der Versammlungsfreiheit.

Diesen Flyer verteilten die Demonstranten in der Osnabrücker Innenstadt. Foto: Freunde von Rojava Osnabrück

Für den Freitag kündigte der Kurdische Kultur e.V. Osnabrück ab 16 Uhr eine Demonstration an, die vom Hauptbahnhof losziehen soll. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Demos der Kurden in der Stadt gegeben.