Menschengeschichten aus Osnabrück Lesung wird zum Plädoyer für Vielfalt

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Zoran Terzik schildert mit viel Humor lange Autofahrten nach Jugoslawien.Foto: Swaantje HehmannZoran Terzik schildert mit viel Humor lange Autofahrten nach Jugoslawien.Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück . Über ihre Erfahrungen als „Daughters and Sons of Gastarbeiters“ lasen am Mittwoch fünf Mitglieder des gleichnamigen Berliner Autoren-Kollektivs im Saal der Lagerhalle.

Ein roter Traktor - das ist Ibrahims Traum. Dafür ist er bereit, von seinem Heimatdorf nach Istanbul und von dort ins Westdeutschland der 1970er Jahre zu gehen. Diese Geschichte ihres Vaters verarbeitete Cicek Bacik zu einer anrührenden Kurzgeschichte. 

Leben in zwei Welten. Eltern, die aus Dörfern in Anatolien, Südeuropa, dem Balkan oder aus Süd-Korea stammen und als sogenannte „Gastarbeiter“ beim Wirtschaftsaufschwung der 1960er und 1970er Jahre halfen - darum ging es in der Lesung „Daughters and Sons of Gastarbeiters“, die am Mittwoch im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Saal der Lagerhalle stattfand (Veranstalter: AWO Kreisverband Region Osnabrück in Kooperation mit der Migrantionsberatung für erwachsene Zuwanderer). Darin setzten sich fünf Mitglieder des 2015 gegründeten Berliner Autoren-Kollektivs „Daughters ans Sons of Gastarbeiters“ literarisch wie filmisch mit ihrem Leben zwischen den Kulturen auseinander.

So ging Wolfgang Farkas dem Werdegang seiner ungarischen Großeltern nach, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland gekommen waren. Wie sie sich als Achtjährige fühlte, die nach drei Jahren Trennung die ihr fremd gewordene koreanische Mutter in Deutschland trifft, war Thema der sensiblen Geschichte von Ok-Hee Jeong. In „Transitis“ schilderte Zoran Terzic mit viel Humor die jährlichen Autofahrten mit der Familie in die jugoslawische Heimat und stellte zudem das Dasein zwischen „Transitis“ und „Identitis“ in mathematische Gleichungen dar. Shlomit Tulgan wiederum ließ in „Die Türkengöre“ ihre West-Berliner Kindheit Revue passieren, in der es zu ihrem Alltag gehörte, mit den  kommunistischen Eltern auf Demos zu gehen.   

Ergänzt wurden diese individuellen Lebensgeschichten von auf eine Leinwand gebeamte Familienfotos sowie von Kurzfilmen, in denen frühere „Gastarbeiter“ und deren Nachkommen zu Wort kamen und die mit zu einem Plädoyer für Vielfalt und Unterschiedlichkeit wurden. 

Die Veranstaltung wurde vom Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück sowie von der Aktion Mensch untertützt.  


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