Mit Leichtigkeit umgesetzt Berufsschülerinnen gestalten Plakat für Osnabrücker Operette

Von Matthias Liedtke

Präsentierten 
              
              ihre Printprodukte für das IfM-Musical „Die Blume von Hawaii“ im Berufsschulzentrum am Westerberg: Die angehenden gestaltungstechnischen Assistentinnen Nele Enewoldsen (vorne), sowie (im Hintergrund v.l.) Linda Ellermann und Christin von Klonczynski. Foto: Michael GründelPräsentierten ihre Printprodukte für das IfM-Musical „Die Blume von Hawaii“ im Berufsschulzentrum am Westerberg: Die angehenden gestaltungstechnischen Assistentinnen Nele Enewoldsen (vorne), sowie (im Hintergrund v.l.) Linda Ellermann und Christin von Klonczynski. Foto: Michael Gründel

OSNABRÜCK. Für die Operette „Die Blume von Hawaii“, die Musical-Studenten des Instituts für Musik (IfM) im April bildgewaltig und mit großem Orchester auf die Bühne des Theaters am Domhof bringen werden, gestalteten Berufsschülerinnen Plakat und Programmheft.

Helle Pastelltöne, Blumen, Wellenformen, geschwungene Handschrift und mitten im collagenhaft mit sich überlagerten Elementen gestalteten Vintage-Design ein Original-Paar aus den Dreißigerjahren: Bereits das Plakat spiegelt die Leichtigkeit und Lebensfreude wider, die das turbulente Stück des exilierten Berliner „Operettenkönigs“ Paul Abraham auszeichnet, das sich im bunt schillernden Revue-Stil um komplizierte Liebes- und Beziehungsgeschichten und auch politische Unabhängigkeit dreht.

Konsequente Fortführung

Das quadratische Programmheft schließt sich konsequent und nahtlos an das Plakatkonzept an, indem es nicht nur seine Farbgebung übernimmt, sondern auch mit den Motiven spielt. Der Mann, der sich selbst auf die Palme bringt, wird zum Beispiel auf jeder Seite am rechten oberen Rand so variiert, dass er anstelle von spröden Seitenzahlen als immer höher kletternder Kokosnusspflücker eine lebendige Orientierung bietet. Die beschwingte Schriftart wird dort mit einer sachlicheren Typografie konfrontiert, wo die neun Schauspieler neben oder unter ihrer Biografie subjektive Eindrücke ihrer jeweiligen Rolle mitteilen. Ihre Porträtfotos werden mit Text umflossen und wie ausgeschnitten in die Seiten eingesetzt, um den Collagenstil des Plakats wiederaufzugreifen.  

Einblcke in kreativen Prozess

„Die Leichtigkeit und Witzigkeit der Inszenierung wird gut eingefangen“ zeigte sich auch der auftraggebende IfM-Musical-Leiter Dirk Engler hochzufrieden mit dem Ergebnis. Bei der offiziellen Präsentation der Printprodukte im Berufsschulzentrum am Westerberg durch die drei angehenden gestaltungstechnischen Assistentinnen Nele, Enewoldsen, Linda Ellermann und Christin von Klonczynski gewährten diese auch Einblicke in den kreativen Entwicklungsprozess, an dessen Anfang im vergangenen Oktober ein einfaches Piktogramm stand.  Ganz nebenbei erfuhr man auch etwas über die Rechtslage bei der Verwendung sogenannter „Lichtbildwerke“ und bestimmter Schrifttypen.

Bewährte Kooperation

Seit 2005 setzt der gestalterische Ausbildungsschwerpunkt der Berufsschule fast jedes Jahr Ideen für das die aktuelle IfM-Musicalproduktion begleitende Marketing- und Informationsmaterial um. Dabei gehe es auch darum, den zukünftigen grafischen Gestaltern die Gelegenheit zu geben, in die „außerschulische Realität“ hineinzuschnuppern, betont die anleitende Lehrerin Christa Blattmann - von der konzeptionellen Idee und Entwicklung bis hin zum Endergebnis, das sich durch eine „professionelle Qualität auf Industriestandard-Niveau“ auszeichne, wie Abteilungsleiter Bernd Dittrich ergänzt. Auch dieser Anspruch deckt sich mit dem der IfM-Studierenden auf der Bühne.