Höhenflug dank Airbus Osnabrücker Start-up vernetzt Techniker und Experten

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Osnabrücker Start-up Bitnamic entwickelt Lösungen zur Fernwartung von Maschinen. Rolf Behrens und Alexei Kolesnikow (rechts) zeigen im Kleinen, wie so etwas funktioniert. Foto: Jörn MartensDas Osnabrücker Start-up Bitnamic entwickelt Lösungen zur Fernwartung von Maschinen. Rolf Behrens und Alexei Kolesnikow (rechts) zeigen im Kleinen, wie so etwas funktioniert. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Wenn hochkomplexe Maschinen ihren Geist aufgeben, sind Firmen meist aufgeschmissen: Oft sitzen die für die Reparatur benötigten Experten woanders. Das Osnabrücker Start-up Bitnamic bringt beide Seiten in der erweiterten Realität zusammen.

In gewisser Weise ist Airbus Grund für den Höhenflug des Osnabrücker Unternehmens: Die heute von Alexei Kolesnikow und Rolf Behrens geleitete Firma ist ursprünglich eine Ausgründung der Hochschule gewesen. 2010 ergatterte diese ein Forschungsprojekt, das eng mit dem europäischen Flugzeugriesen Airbus verknüpft war. Aufgabe der Wissenschaftler innerhalb der Kooperation war die Suche nach Lösungen für die Fernwartung von Flugzeugen. Während des Forschungsprojekts lernten sich die damaligen Studenten Kolesnikow und Behrens kennen – der Grundstein für die spätere Ausgründung war gelegt.

Vernetzung von Menschen

„Mein Ziel war es eigentlich nicht unbedingt, mich selbstständig zu machen“, sagt Kolesnikow heute. Dennoch folgte im Jahr 2015 der entscheidende Schritt ins Unternehmertum. Die im Forschungsprojekt geborene Idee der Vernetzung von Menschen entwickelten Kolesnikow und Behrens weiter. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Landmaschinenhersteller Amazone. Bitnamic ermöglicht dem Unternehmen, Live-Verbindungen zwischen Technikern und Experten herzustellen.

Hoher Sicherheitsstandard

Bildlich gesprochen: Bleibt ein Traktor mitten auf dem Feld liegen, kann der Fahrer mit seinem Smartphone eine Verbindung zum Motorenfachmann in der Zentrale herstellen. Die Handykamera wird dabei quasi zum Auge des Experten, der nun bei der Wartung entscheidend helfen kann. „Die Ausfallzeiten werden verkürzt und gleichzeitig fallen die Reisekosten für die Experten weg“, erklärt Kolesnikow nur einige Vorteile der Technik. Neben Smartphones können auch intelligente Brillen oder die Hololens von Microsoft eingesetzt werden. Wichtig ist den Bitnamic-Köpfen die Sicherheit. „Wir verwenden die höchsten Sicherheitsstandards. Das wird aber natürlich auch von unseren Kunden verlangt“, so Kolesnikow. Zuletzt konnte das Osnabrücker Unternehmen Tecuma Systems gewonnen werden.

Kunden im deutschsprachigen Raum

Zur Verfügung steht neben einem Audio- und Videokanal auch die Möglichkeit, Daten zu versenden. Baupläne oder Skizzen können so einfach und mit Hinweisen versehen an den Ort des Geschehens geschickt werden. Die Datenübertragung funktioniert laut Kolesnikow übrigens auch in Gebieten mit schlechtem Empfang – was in Deutschland leider immer noch häufig der Fall sei. Mittlerweile arbeitet Bitnamic mit einem 13-köpfigen Team und hat Kunden in erster Linie im deutschsprachigen Raum. „Unsere Software lebt von der stetigen Weiterentwicklung“, sagt Kolesnikow. In Zukunft soll das Thema „Augmented Reality“ daher noch mehr in den Fokus des Unternehmens rücken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN