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14.03.2018, 18:35 Uhr ABSCHIEBUNG DROHT

So wird Schaden angerichtet

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Jamal soll in den Sudan abgeschoben werden. Das Unternehmen Dieckmann Bauen + Umwelt will das verhindern. Foto: Michael GründelJamal soll in den Sudan abgeschoben werden. Das Unternehmen Dieckmann Bauen + Umwelt will das verhindern. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Asylantrag abgelehnt? Tut uns leid, dann wird abgeschoben. Dieser Automatismus ergibt sich aus dem Gesetz. Und Innenminister Horst Seehofer wird jede Abschiebung als persönlichen Erfolg im Wettrennen um die Gunst der AfD-Wähler verbuchen. Ganz gleich, wem er damit schadet oder nützt. Mit der Abschiebung des 19-jährigen Jamal wird Schaden angerichtet. Der Junge ist gut integriert, lernwillig und fleißig. Solche Leute brauchen wir!

Die deutschen Unternehmen suchen Fachkräfte, 1,1 Millionen Stellen sind unbesetzt. Ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte soll ja im Anstich sein. Aber die Verlautbarungen aus Berlin klingen nach Abschreckung. Von Integration ist kaum die Rede.

Das Beispiel Jamal zeigt, dass es eine tiefe Kluft zwischen betrieblichem Alltag und politischer Opportunität gibt. Ein Einwanderungsgesetz könnte manches zum Besseren wenden . So lange es das nicht gibt, kann ein Unternehmen wie Dieckmann nur hoffen, dass es wenigstens mit dem politischen Asyl klappt.


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