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Mit Kopf auf Straße geprallt Querung am Osnabrücker Haseuferweg gefährlich für Radfahrer?

Von Jörg Sanders

Ein hoher Bordstein am Haseuferweg in Osnabrück hat den Osnabrücker Lars Gerres vom Rad geholt. Er schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und verletzte sich schwer. Bei der Stadt fühlt sich der Arzt nicht ernst genommen. Foto: Jörn MartensEin hoher Bordstein am Haseuferweg in Osnabrück hat den Osnabrücker Lars Gerres vom Rad geholt. Er schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und verletzte sich schwer. Bei der Stadt fühlt sich der Arzt nicht ernst genommen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Ein hoher Bordstein am Haseuferweg in Osnabrück hat den Osnabrücker Lars Gerres vom Rad geholt. Er schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und verletzte sich schwer. Der Stadt ist die Stelle als "problematisch" bekannt, könne baulich aber nichts tun, versichert sie.

Gerres war abends gegen 19 oder 19.30 Uhr in der Dunkelheit auf dem Haseuferweg vom Goethering in Richtung Innenstadt unterwegs. An der Schlagvorder Straße unterbricht der Weg, Radfahrer und Fußgänger müssen die Straße überqueren.

Das an sich ist kein größeres Problem, erst recht nicht tagsüber. Radfahrer können die Straße aber nicht einfach geradeaus queren, da der Bordstein beidseitig sehr hoch ist. Sie müssen einen Schlenker machen, um über einen abgesenkten Bordstein fahren zu können.

Geradeaus geht es für Radfahrer einen hohen Bordstein herunter. Foto: Jörn Martens

Das hatte Gerres an dem Abend nicht gesehen – trotz seines, wie er versichert, sehr hellen Lichts am Rad. "Ich habe rechts und links kein Auto kommen sehen, also wollte ich einfach rüber", sagt er. Er stürzte mit seinem Rad an der hohen Bordsteinkante und schlug mit der Schläfe auf der Straße auf. "Ich hatte einen massiven Bluterguss, das Auge war zu." Dennoch sei er froh, dass sonst weiter nichts passiert ist. "Ich habe als Unfallchirurg schon viele schlimme Radunfälle gesehen", sagt er. Wegen der Kälte habe er am besagten Abend eine Mütze statt des Helms getragen. Und er sei nicht nur 10 km/h gefahren, aber auch längst keine 30.

Stadt ist Problem bekannt

Gerres rief bei der Stadt an – nicht, wie er versichert, um sich zu beschweren, sondern um weitere Unfälle dieser Art dort zu verhindern. "Es soll dort nicht noch einer fallen."

Eine freundliche Mitarbeiterin habe ihm gesagt, der Verwaltung sei das Problem bekannt. Wegen der Brücke dort sei es aber nicht möglich, den Bordstein abzusenken. Zudem sei der Radfahrer in der Pflicht, habe die Dame ihm gesagt. "Ich fühlte mich nur halbwegs ernst genommen", sagt Gerres.

Wer den Bordstein übersieht, läuft Gefahr, zu stürzen. Foto: Jörn Martens

Mit der Situation möchte er sich nicht abfinden. "Der Haseuferweg hat Millionen gekostet, da muss doch wohl eine farbliche Markierung möglich sein. Oder zumindest ein Schild, das darauf hinweist und auch gut sichtbar ist."

Stadt will Schilder prüfen

Das will die Verwaltung nun prüfen, versichert Stadtsprecher Gerhard Meyering auf Nachfrage unserer Redaktion. Bislang sei die Stelle zwar als "problematisch gesehen worden", aber "nicht als Gefahrenpunkt bekannt", sagt er. Hinweisschilder dürften aber nicht in das Lichtraumprofil hineinragen – also der Raum, der in Höhe und Breite für den Verkehr freigehalten werden muss –, müssten rechtzeitig gut lesbar angebracht und vor Vandalismus geschützt sein.

Bordstein kann nicht abgesenkt werden

Baulich könne die Stadt nichts unternehmen. "Eine Absenkung der Kante ist nicht möglich, da der Haseuferweg im Bereich der Brücke auf den Gehweg mündet und die Kappe Teil der Brückenkonstruktion ist", sagt Meyering. Eine Aufpflasterung sei ebenfalls nicht möglich. Sonst bestehe die Gefahr, "dass Fahrzeuge auf den Gehweg geraten und die Brückengeländer im Falle einer Kollision nicht die notwendigen Anprallasten bieten". Absperrbügel möchte die Verwaltung vermeiden. Andernfalls würde es schwierig werden, die Bordsteinabsenkungen zu umfahren.

Zustand "nicht zufriedenstellen"

Fazit der Verwaltung damals bei der Planung wie heute: Der Ist-Zustand ist "zwar nicht zufriedenstellend", aber derzeit nicht ohne Änderung der Brückenkonstruktion möglich. Wegen der hohen Bordsteinkanten ist dort ferner "keine barrierefreie Anlage von Querungshilfen möglich", so Meyering weiter. Gemeint sind Zebrastreifen und Fußgängerampel. Beides erfordere Barrierefreiheit.