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Der Kreistag hat entschieden Keine freie Fahrt für Oberstufenschüler im Kreis Osnabrück

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Günstiger statt kostenlos: Busfahrten kosten für Schüler ab Klasse 11 im kommenden Schuljahr pauschal 23,60 Euro pro Monat. Grüne, AfD und Linke konnten sich mit ihrer Forderung nach kostenlose Busfahrten für Oberstufenschüler nicht durchsetzen. Die Große Kooperation aus CDU/FDP/CDW und SPD/UWG sieht dafür keinen finanziellen Spielraum. Archivfoto: Michael GründelGünstiger statt kostenlos: Busfahrten kosten für Schüler ab Klasse 11 im kommenden Schuljahr pauschal 23,60 Euro pro Monat. Grüne, AfD und Linke konnten sich mit ihrer Forderung nach kostenlose Busfahrten für Oberstufenschüler nicht durchsetzen. Die Große Kooperation aus CDU/FDP/CDW und SPD/UWG sieht dafür keinen finanziellen Spielraum. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Osnabrücker Kreistag hat sich am Montagnachmittag mehrheitlich gegen kostenlose Busfahrten für Oberstufenschüler ausgesprochen. Grüne, AfD und Linke votierten für eine Einlösung des CDU-Wahlversprechens nach freier Fahrt bis zum Ende der Schulzeit, doch die beiden großen Gruppen CDU/FDP/CDW und SPD/UWG entschieden, dass das Busfahren lediglich günstiger werden soll.

Ab August wird eine Monatskarte für Oberstufen- und Berufsschüler ab Klasse 11 somit pauschal 23,60 Euro kosten. Laut Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) liegt der Durchschnittspreis verkaufter „Abo-Tickets Schüler“ im Nordosten des Landkreises bislang bei rund 52,50 Euro für die Monatskarte. In diesem Bereich müssen Schüler ab dem kommenden Schuljahr somit im Schnitt weniger als die Hälfte bezahlen. Wie viel Schüler ab Klasse 11 bislang durchschnittlich im gesamten Osnabrücker Land bezahlen, konnte der VOS auf Anfrage unserer Redaktion nicht berechnen. Für das nun vorgesehene neue sogenannte „Landkreis-Ticket“ werden im Haushalt Mehrkosten von 1,76 Millionen Euro pro Jahr eingeplant.

Martin Bäumer: Meilenstein für die Schülerbeförderung im Landkreis

Der Vorsitzende der CDU/FDP/CDW-Gruppe, Martin Bäumer, sprach „von einem Meilenstein für die Schülerbeförderung im Landkreis“. Viele Eltern würden dadurch Kosten von 50 bis 75 Prozent sparen. Er zeigte sich aber überzeugt, dass das Projekt freie Fahrt bis zum Ende der Schulzeit damit nicht beendet ist, sondern betonte: „Wer die Augen offen hält, der sieht, dass Meilensteine nicht das Ende eines Weges sein müssen, sondern Fixpunkte auf dem Weg zum Ziel sind.“ Er ging zudem darauf ein, dass er die Kosten seiner Idee im Sommer 2016 auf weniger als eine Million Euro und damit auf nicht einmal ein Drittel der jetzt dafür veranschlagten Kosten prognostiziert hatte. Damals hätten Experten ihm auf entsprechende Anfrage gesagt, dass die von ihm vorgesehenen kostenlosen Tickets für Schüler ab Klasse 11 den Landkreis ab einer Kilometergrenze von vier Kilometern weniger als eine Million Euro kosten würden. Somit habe er nun realisiert, „dass auch Experten sich irren können“. Aus diesem Grund habe die Große Kooperation aus CDU/FDP/CDW und SPD/UWG nun diesen Kompromiss mit einem günstigeren monatlichen Pauschalpreis beschlossen.

Jürgen Kiesekamp (FDP) fügte hinzu, dass CDU und FDP sich bezüglich zu erwartender Kosten bei Unternehmen schlau gemacht hätten, nach den nun berechneten Kosten aber „auf den Boden heruntergeholt“ worden seien: „Von dem ganz großen Traum ist das dabei herumgekommen, was wir heute beschließen wollen“, konstatierte Kiesekamp.

Auch der Vorsitzende der SPD/UWG-Gruppe, Thomas Rehme, sagte, dass die Kosten nach der Berechnung des Vorhabens immer größer geworden seien. Er stellte fest: „Wir müssen sehen, ob wir uns das auch in den kommenden Jahren noch leisten können, weil so eine Entscheidung dann natürlich nicht so einfach wieder zurückzunehmen ist.“

Linke versuchen CDU-Wahlversprechen einzulösen

Der Fraktionschef der Linken im Kreistag, Andreas Maurer, hatte beantragt, 3,2 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen, um das entsprechende Wahlversprechen der CDU einzulösen. Maurer begründete: „Wir versuchen dir, Martin Bäumer, zu helfen, dein Versprechen einzulösen.“ Er forderte ihn vergeblich auf, über seinen Schatten zu springen und sich dem Antrag anzuschließen. Schließlich sei es wichtig, die Prioritäten bei den Schülern zu setzen. „Das Geld ist da, setzt es ein“, sagte er in Anlehnung daran, dass der Landkreis im vergangenen Jahr einen Überschuss von rund zehn Millionen Euro gemacht hat.

Jürgen Ebert (Grüne) verlangte, dass sich CDU-Fraktionschef Bäumer öffentlich für sein falsches Wahlversprechen entschuldigt. Die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Anna Kebschull, ergänzte, dass sie nicht nachvollziehen könne, wie der Landkreis auf geschätzte Mehrkosten von 18 Millionen Euro kommt, wenn das kostenlose Schülerticket eingeführt und die bisherige Kilometergrenze für den Weg zur Schule damit für alle Schüler entfallen würde.

( Weiterlesen: Kostenloses Schülerticket würde Kreis Osnabrück 18 Millionen kosten)

Große Kooperation setzt Landkreis-Ticket durch

Für den Antrag der Linken, die kostenlosen Busfahrten für Oberstufenschüler für 3,2 Millionen Euro doch noch einzuführen, votierten lediglich Linke, Grüne und AfD. Die Große Kooperation lehnte den Linken-Antrag ab und stimmte mit großer Mehrheit für das neue sogenannte „Landkreis-Ticket“, das im gesamten Osnabrücker Land gültig ist und den Landkreis pro Jahr zusätzlich 1,76 Millionen Euro kosten wird. Auch Schüler der Klassen 5 bis 10 werden somit ab August eine kostenlose Schülerfreizeitkarte erhalten. Damit können sie an Schultagen ab 15 Uhr und an den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien ganztägig die Busse im gesamten VOS-Netz nutzen.


Das neue Landkreis-Ticket

Der Landkreis Osnabrück führt zum 1. August das neue „Landkreis-Ticket“ ein. Künftig wird eine Monatskarte für Oberstufen- und Vollzeitschüler der Berufsbildenden Schulen für pauschal 23,60 Euro angeboten. Das Abo-Ticket wird im Sommerferienmonat kostenlos sein. Zudem ist es unabhängig von Mindestentfernungen zur Schule ganztägig - auch Nachtbusse sind inbegriffen - und ganzjährig im gesamten Gebiet der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) gültig. Auch Schüler der Klassen 5 bis 10 erhalten zum kommenden Schuljahr eine kostenlose Schülersammelzeitkarte (SSZK). Damit können sie an Schultagen ab 15 Uhr und an den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien ganztägig die Busse im gesamten VOS-Netz nutzen. Bislang kostete die Schülerfreizeitkarte mindestens 13 Euro. Schüler ohne SSZK erhalten einen Schülerausweis, der auch als Fahrausweis in der Freizeit im gesamten Netz der gültig ist.Das monatliche Bus-Abo kostet für Oberstufenschüler bislang nur in der Preisstufe 1 den auch künftig vorgesehenen Preis von 23,60 Euro. In der zweiten Preisstufe kostete es bislang 36,50 Euro, in der dritten 46,80 Euro und in darüber hinausgehenden Preisstufen mehr als 50 Euro. Das Ticket kann online unter www.vos.info/jungunterwegs bestellt werden.

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