Lacher, Leichen und Leitungswasser Kriminell unterhaltsam: Roland Jankowsky im Rosenhof

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So viel schwarzen Humor
              
               wie das Wasser Eisen enthielt die Krimi-Lesung mit Schauspieler und Wilsbergs Kommissar Overbeck-Darsteller Roland Jankowsky im Rosenhof. Foto: David EbenerSo viel schwarzen Humor wie das Wasser Eisen enthielt die Krimi-Lesung mit Schauspieler und Wilsbergs Kommissar Overbeck-Darsteller Roland Jankowsky im Rosenhof. Foto: David Ebener

OSNABRÜCK. Tatort Rosenhof: Vier ausgesuchte Kriminalgeschichten las der Kölner Schauspieler Roland Jankowsky am Sonntagabend im großen Saal vor.

Dorthin war die eigentlich für das Foyer geplante Veranstaltung wegen der großen Nachfrage verlegt worden. Diejenigen Besucher, die sich einen Auftritt von Kommissar Overbeck aus der Krimiserie Wilsberg erhofft hatten, mussten allerdings umschalten. Denn im Gegensatz zu seiner Paraderolle im Fernsehen war der Auftritt des leibhaftigen Schauspielers nicht tollpatschig und naiv, sondern souverän.

Dass Jankowsky auch als Chansonsänger und Hörspielsprecher aktiv ist, verwunderte kaum, als er seine Stimme erhob, um ausgesprochen akzentuiert und pointiert Geschichten aus unterschiedlichen Anthologien vorzulesen, die allesamt eher der leichten, humoristischen Krimi-Kost zuzuordnen waren. Das kam wiederum dem komödiantischen Talent des exzellent Vortragenden entgegen, der etwa bei einer Sadomaso-Story aus der Nord- beziehungsweise „Mordeifel“ die Befehle der Herrin schmerzhaft authentisch zu prononcieren wusste.

Bitterböse und sarkastisch

Allein beim selbstverliebten „einzigen Auftragskiller aus den neuen Bundesländern“, der in der kulinarischen Kriminalgeschichte „Bei Mutti schmeckt´s am besten“ von Peter Godazgar als ehemaliger Blecharbeiter „beim Unformen geblieben“ ist, waren mit viel gutem Willen Ähnlichkeiten zu Jankowskys Fernsehfigur auszumachen. Nach einer vertrödelten „Leiche im Keller“ gab es im Rahmen einer bitterbösen „Familientherapie“ in Form eines gemeinsamen, ärztlich verordneten mörderischen Urlaubs gleich mehrere, die notwendig waren, um als auseinander gelebte Familie „wieder zusammenzuwachsen“, wie der Vorleser sarkastisch kommentierte.

Zum makabren Tonfall aller vier Kurzkrimis passte auch das moralfreie Gedicht, das er „zum Ankommen“ in seiner ersten Lesung in diesem Jahr vorgetragen hatte. Dass Jankowsky mehr als zwei Stunden lang so gut bei Stimme blieb, verdankte er auch dem „dank der Römer“ eisenhaltigen Osnabrücker Leitungswasser aus dem Teutoburger Wald, das für ihn als „Rheinfiltrat“-Geschädigter überraschenderweise „einfach so“ trinkbar war.


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