Alexey Semenenko und Inna Firsova Brillanter Ton: Kammermusik im Iburger Schloss

Von Jan Kampmeier

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Leidenschaftlich: Alexey Semenenko und Inna Firsova. Foto: Swaantje HehmannLeidenschaftlich: Alexey Semenenko und Inna Firsova. Foto: Swaantje Hehmann

Bad Iburg. Alexey Semenenko und Inna Firsova spielten am Sonntag im Iburger Rittersaal Kammermusik von Mozart, Schubert, Debussy, Ysaÿe und Wieniawski.

Einen Geiger der internationalen Topliga habe man mit Alexey Semenenko zu Gast, sagt Timo Maschmann zu Beginn des Iburger Konzerts am Sonntag, weltweit sei er sehr gefragt. Offenbar läuft Semenenkos Karriere zur Zeit erfolgreicher als die seiner Klavierpartnerin Inna Firsova, dabei ist sie es, die bei Mozart und Schubert im perlenden Anschlag alles absolut perfekt austariert und gewichtet.

Fast zu kraftvoll und strahlend wirkt hingegen in einem kleinen Saal wie diesem und in solchem Repertoire Semenenkos großer Solistenton, sollte doch bei Mozart tendenziell das Klavier die Hauptrolle spielen, während bei Schubert beide Instrumente gleichberechtigt sein müssen. Schuberts Fantasie C-Dur D 934 wird selten gespielt, dabei handelt es sich um ein großes, fulminantes und sehr abwechslungsreiches Werk. Von beiden Seiten verlangt es durchaus virtuose Bravour und ist insofern eigentlich auch ein dankbares Stück.

In dieser Hinsicht können Alexey Semenenko und Inna Firsova kaum übertroffen werden, und auch das Zusammenspiel des jungen Paares läuft wie geschmiert, musizieren die beiden doch schon lange zusammen und haben gemeinsam zwei CDs aufgenommen, unter anderem auch mit dieser Schubert-Fantasie. Doch bei Semenenko wird Schubert unversehens zu Paganini, sein sehr brillanter Klang bildet keine Einheit mehr mit dem Flügel, außerdem scheint ihm die Wärme zu fehlen.

Insofern ist der Geiger sehr viel überzeugender im zweiten Teil des Programms, in dem er unangefochten im Vordergrund stehen darf und den er, als äußeres Zeichen dafür, auch auswendig spielt. In zwei Bearbeitungen von Claude Debussy darf seine Violine singen und schmachten, während sich das Klavier im Hintergrund hält. Technische Höchstleistungen zeigen zu können ist der hauptsächliche Daseinszweck der Sonaten für Violine solo von Eugène Ysaÿe, von denen Alexey Semenenko die fünfte in G-Dur spielt und zu der sein strahlender Ton perfekt passt. Ähnlich ist es bei der „Fantaisie brillante“ über Motive aus Gounods „Faust“ von Henryk Wieniawski, mit deren effektvollem, virtuosem Feuerwerk als Finale der Geiger seine Zuhörer begeistert.


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