Porträts mit blassen Farben SPD hat Pech mit ihren Wahlplakaten

<em>Rot geht anders: </em>ein verblasses SPD-Plakat des Osnabrücker Direktkandidaten Martin Schwanholz. Foto: Gert WestdörpRot geht anders: ein verblasses SPD-Plakat des Osnabrücker Direktkandidaten Martin Schwanholz. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die SPD hat im Bundestagswahlkampf Probleme mit ihren Plakaten. Als nicht wasserfest erwiesen sich als umweltfreundlich beworbene Wellpapp-Plakate mit dem Namen „eco wave“. Sie rutschten bereits nach dem ersten Regenguss von Straßenlaternen herunter. Daher hätten von etwa 900000 Plakaten rund zehn Prozent nachgedruckt werden müssen, wie ein Sprecher des SPD-Parteivorstandes in Berlin auf Anfrage mitteilte.

Wegen dieser mangelhaften Plakate liege die Partei im Rechtsstreit mit dem Hersteller, dem Unternehmen Kompla aus Hilden. Beim Druck sei offenbar ein weniger haltbares Material verwendet worden als bei der Präsentation der Werbeträger. Weitere Fragen wollte der Sprecher wegen des laufenden Rechtsstreits dazu aber nicht beantworten.

Das zweite Problem zeigt sich bei der Farbqualität der Plakate von Direktkandidaten. Gerd Groskurt, Geschäftsführer der SPD-Regionalgeschäftsstelle Osnabrück, sprach von einem „Megaproblem“. Allein in der Stadt Osnabrück müssten wohl 3000 Plakate überwiegend von Laternenmasten abgenommen und neu aufgehängt werden. Auf den Plakate sind die – mittlerweile verblassten – Porträts des Bundestagskandidaten Martin Schwanholz und von Birgit Bornemann zu sehen. Die SPD-Kommunalpolitikerin tritt am 22. September, dem Tag der Bundestagwahl, als Bewerberin für das Oberbürgermeisteramt an. All diese Werbeträger sind schon nach kurzer Zeit extrem ausgebleicht. Der regionale SPD-Wahlkampfmanager muss nun für die Stadt Osnabrück etwa 40 Helfer suchen, die wohl zwei bis drei Tage für den Plakatumtausch brauchen werden.

Das Problem gebe es nicht nur in der hiesigen Region, „sondern von Flensburg bis Passau“, so Großkurt. Eine Sprecherin des SPD-Parteivorstands sprach dagegen von einem Einzelfall. Die Plakate von Schwanholz enthalten als Adresse die Druckerei Ellerhold Zirndorf GmbH in Zirndorf (Kreis Fürth/Mittelfranken). Deren Geschäftsführer Bernd Schmidt erklärte, der SPD-Parteivorstand habe ursprünglich einen Druckauftrag erteilt. Vor der Drucklegung habe der Parteivorstand dann aber per Email um Stornierung gebeten, weil sich Schwanholz selbst um die Plakate kümmern wolle. (mit hav)


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