Ein ganz spezieller Sämling Bambus nach Osnabrück benannt

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<em>Inmitten</em> einer Osako-Hecke: Bambus-Gärtner Tasa-Andreas Baensch. Foto: Uwe LewandowskiInmitten einer Osako-Hecke: Bambus-Gärtner Tasa-Andreas Baensch. Foto: Uwe Lewandowski

stwi Osnabrück. Seit 24 Jahren gibt es eine Bambussorte, die „Osnabrück“ in ihrem Namen trägt: Osako. Bambus-Gärtner Tasa-Andreas Baensch vermehrt die Pflanze am Stadtrand bei Lüstringen.

Osnabrücker Springbrötchen, Bad Essener Urmeer-Salz – dass Osnabrück auch eine eigene Bambussorte hat, ist nur Wenigen bekannt. Osako heißt die Pflanze. Der Name ist das Akronym von Osnabrücker SAemling KOmpakt.

1999 starb der Muriel-Bambus, in der Fachsprache Fargesia Murielae, ab. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Brite Ernest Wilson den sogenannten Schirm-Bambus auf den Markt gebracht, vor allem in den USA. In allen Ablegern der Pflanze tickte eine Art biologische Uhr, die auch den Bambus in der Gärtnerei von Tasa-Andreas Baensch 1999 erst blühen und dann sterben ließ. Ein Bambus-Leben kann bis zu einhundert Jahre dauern. Der tote Bambus hinterlässt Samen, aus denen neue Pflanzen entstehen, die je nach Pflege wiederum etwa hundert Jahre Lebensdauer vor sich haben. Bei unbekanntem Ursprung kann es sein, dass der gekaufte Bambus schneller stirbt, als es sich der Besitzer wünscht. Baensch hat so einmal Pflanzen für 12000 Euro verloren. Durch genetische Mutationen haben neue Sämlinge zum Teil andere Eigenschaften, als die Mutterpflanze. Brauchbar seien von tausend neuen Pflanzen aber höchstens zehn, sagt Baensch. Er wurde unter den neuen Pflanzen auf einen besonderen Sämling aufmerksam. Der war sattgrün und wuchs sehr dicht. Baensch nannte ihn Osako, um auf die Herkunft der Pflanze hinzuweisen – Osnabrück. Die Sorte ließ er beim Europäischen Sortenamt unter der Nummer 27517 europaweit schützen. Wer Osako vermehren will, muss eine Lizenz erwerben. Vor zwei Jahren hat das schon ein Betrieb bei Oldenburg getan. Der versucht nun, die Pflanze selbst zu vermarkten.

Eine Kundin von Tasa-Andreas Beansch, die seit drei Jahren eine Osako-Hecke ihr Eigen nennt, ist zufrieden mit dem Bambus: „Man hat relativ wenig Arbeit damit“, sagt sie. Eine der Besonderheiten des Bambus ist, dass er im Gegensatz zu normalen Grundstücksbegrenzungen buschig in alle Himmelsrichtungen wächst. Zwar hat die Hecke eine maximale Breite, die sich auch bei der Pflanzung einplanen lässt, aber Bambus sei „nicht so gradlinig“, formuliert es Baensch. Wenn die Pflanze ihre maximale Dichte erreicht habe, komme da „kein Hund und keine Katze mehr durch“. Auch einen verirrten Fußball kann der Bambus ab. „Sie können voll reinlaufen“, sagt Baensch. „Das macht dem gar nichts.“ Die wichtigste Eigenschaft der neuen Pflanze ist für den Bambus-Gärtner, dass Osako nicht wuchert. Im Gegensatz zu anderen Bambusarten bildet er keine Ausläufer, die nach kurzer Zeit auch im Garten des Nachbarn sprießen. Dafür braucht Osako etwas mehr Wasser als andere Heckengewächse.

Die Pflanzen kultiviert der studierte Landespfleger in seiner Gärtnerei in Lüstringen. Ein Pfau, mehrere Katzen und Laufenten begrüßen den Besucher auf dem Gelände. Im Gewächshaus und in den Beeten wachsen viele unterschiedliche Bambusarten. Die Abnehmer der Pflanzen sind zum Großteil Zwischenhändler. Auch Gartencenter und Privatpersonen fragen bei ihm an. Die Vermehrung der Pflanzen per Hand sei schwierig, sagt Baensch: „Das ist nicht so einfach. Das ist ein knochenharter Job.“ Rund 30 000 Pflanzen hat der Bambus-Gärtner bisher nach eigenen Angaben verkauft. Vor 26 Jahren hatte er sich mit seinem Unternehmen selbstständig gemacht. Erst im Schinkel, dann ist er nach Lüstringen umgezogen. Bis zu acht Meter wächst dort der höchste Bambus in den Himmel. Im Frühjahr werden die Pflanzen ausgegraben und vermehrt: „Da habe ich dann für gar nichts Zeit“, sagt Baensch.

Zur Sache: Osako-Bambus

Der Name Osako ist ein Akronym von Osnabrücker Saemling Kompakt. Ein Sämling ist eine aus einem Samen entstandene, junge Pflanze.1999 entstand Osako aus der Bambus-Art Fargesia Murielae in der Gärtnerei von Tasa-Andreas Baensch. Die Pflanze wird 2 bis 2,5 Meter hoch. Sie ist immergrün und winterhart bis -24 Grad. Sie benötigt mehr Wasser, als andere Heckenpflanzen, muss dafür aufgrund der Maximalhöhe aber nicht unbedingt geschnitten werden. Einpflanzen lässt sich der Bambus auch im Herbst.

www.bambusbaensch.de/


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