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Menke – ein typisch nordwestdeutscher Name

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Veronika Tüpker, geborene Menke, aus Osnabrück möchte gern wissen, wo ihr Geburtsname herkommt. Der mit über 11 000 Namensträgern häufige Name Menke ist vor allem in Nordwestdeutschland verbreitet, mit Schwerpunkten in den benachbarten Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Osnabrück. Der Familienname ist identisch mit einem alten niederdeutschen Vornamen, der in dieser Schreibung seit dem 14. Jahrhundert nachzuweisen ist, zum Beispiel 1306 Menke in Coesfeld (ohne Familienname) und 1320 Menke Meynricinc in Hameln.

So alt diese Belege auch sind, zeigen sie den zugrunde liegenden Rufnamen doch nicht in seiner ursprünglichen Form, aus der Menke in mehreren Schritten umgeformt und verkürzt wurde. Als älteste Namensform ist Meiniko anzusetzen. Dies ist eine niederdeutsche Koseform zum Rufnamen Meinhard, gebildet zum Stamm Mein- mit dem namenbildenden Element -iko.

Zu diesem Kosenamen Meiniko wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Namenvarianten entwickelt, die in zwei Hauptgruppen einzuteilen sind (alle folgenden Formen gibt es heute als Familiennamen).

Einerseits wurde der Namenstamm Mein- unverändert beibehalten, so entstanden die Namensformen Meini(c)ke, Meinigke, Meine(c)ke, Meynecke (vergleiche Meyneke Gosoghe „Gansauge“ 1285 in Hamburg) und, stärker verkürzt, Meineck, Mein(c)ke, Meyn(c)ke und Mein(c)k.

Andererseits wurde Mein- vor allem in Nordwestdeutschland zu Mên- vereinfacht, aus Meiniko wurde Mêniko (schon 1150 als Meneko in Münster belegt), und daraus entwickelten sich Menni(c)ke, Mennigke, Menne(c)ke, weiter verkürzt Menke, Mencke und Men(c)k, Mengk. Wie konnten nun diese Kosenamen zum Familiennamen werden? Wenn beispielsweise der im Jahre 1408 in Hannover bezeugte Cord Menke der erste Namensträger in seiner Familie war, handelte es sich um eine Person namens Cord (= Konrad), die von anderen gleichnamigen Personen unterschieden wurde durch Anfügung des Rufnamens des Vaters, Menke. (Ob der Vater tatsächlich den Namen Menke trug oder ob er Menhard hieß und familiär Menke gerufen wurde, ist natürlich nicht zu klären.) „Cord Menke“ steht also verkürzt für einen vollständigen Ausdruck „Cord, Sohn von Menke“; auf die nächstfolgende Generation trifft diese Bedeutung bereits nicht mehr zu, der Beiname ist somit zum festen Familiennamen geworden.

Auf diesem Wege sind die sehr zahlreichen Nachnamen entstanden, die mit Rufnamen oder mit Kurz- oder Koseformen von Rufnamen identisch sind, wie zum Beispiel Friedrich/Fritz, Hermann/Menzel, Gotfrid/Gödeke/Göke, Laurentius/Lorenz/Lenz, Markus/Marx, Nicolaus/Klausmann/Klose, Dietrich/Dietz/Tillmann/Thiele, Konrad/Kunz/Könneke, Werner/Werneke und so weiter.


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