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Wie funktioniert eine Landtagswahl - Fragen und Antworten

Wie funktioniert eigentlich eine Landtagswahl? Wer darf wählen? Wie gebe ich meine Stimme ab? Wie nehme ich an der Briefwahl teil? Was genau ist eigentlich ein Wahlkreis? Was versteht man unter Zweitstimme und Überhangmandat? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema "Landtagswahl" finden Sie hier...

Wer darf wählen?
Jeder, der am Wahltag 18 Jahre oder älter ist, die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist, darf wählen. Eine weitere Bedinung: Der erste Wohnsitz muss seit mindestens drei Monaten in Niedersachsen sein. Wenn alle diese Kriterien zu, müssten Sie bereits eine Wahlbenachtichtigungskarte (bis zum 06.01.2008) erhalten haben. Falls nicht, melden Sie sich am Besten beim Wahlleiter. Den Namen des Wahlkreisleiters können Sie bei Ihrer Gemeinde erfragen.

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Wann und wo kann ich wählen?
Der Wahlsonntag für die Landtagswahl ist der 27. Januar 2008. In der Regel haben die Wahllokale zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. In welches Wahllokal Sie gehen müssen, bekommen Sie vorher durch Ihre Wahlbenachrichtigungskarte mitgeteilt. Meistens liegt dieser Ort in unmittelbarer Nähe zum eigenen Erstwohnsitz. Mitnehmen müssen Sie zur Wahl Ihren Personalausweis und die Wahlbenachrichtigungskarte.

Wie funktioniert die Briefwahl?
Sie können Ihre Stimme auch vor dem Wahlsonntag abgeben, zum Beispiel wenn Sie am Wahlsonntag krank oder vielleicht im Urlaub sindf. Die Briefwahlunterlagen müssen allerdings vorher beantragt werden. Wo Sie diese beantragen müssen, steht auf der Wahlbenachrichtigungskarte. Außerdem können Sie bis zum 25.01.2008, 18.00 Uhr persönlich Ihre Briefwahlunterlagen im Wahlamt abholen. Aber Achtung: Sie können nur Ihre eigenen persönlichen Unterlangen mitnehmen, nicht jedoch für Familienmitglieder oder Freunde.

Was ist eine Erststimme, was ist eine Zweitstimme?
Bei der Wahl können bis zu zwei Stimmen vergeben werden. Mit der Erststimme wählen Sie die Kandidatin oder den Kandidaten, die sich im jeweiligen Wahlkreis direkt für ein Mandat im Landtag bewerben. Sie sollen später die Interessen ihres Kreises in besonderer Weise im Landtag einbringen. Die Erststimme von allen Wähler eines Wahlkreises werden ausgezählt - der Kandidat, die Kandidatin der / die insgesamt die meisten Stimmen hat, bekommt den Platz - das nennt man dann Direktmandat. Die Zweitstimme geben Sie einer Partei, deren Kandidaten auf einer Liste für das ganze Bundesland zusammengestellt worden sind. Die Zweitstimme bestimmt die Sitzverteilung im Landtag. Damit wählen Sie die Partei, von der Sie möchten, dass sie die größte Kraft im Landtag wird. Aus den Zweitstimmen ergibt sich, wie viel Prozent der Stimmen eine Partei landesweit bekommen hat. Es zählt also jede Stimme - alle Parteien, die mehr als fünf Prozent der Stimmen bekommen, ziehen in den Landtag ein.

Was ist ein Überhangmandat?
Zur Landtagswahl wurde das Wahlgebiet neu eingeteilt. Statt 100 Wahlkreise gibt es nur noch 87, womit auch eine Verkleinerung des Parlaments einhergeht. Ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate hatte der Landtag bislang 155 Sitze. Künftig werden es nur noch 135 Sitze sein, plus Überhangmandate. 87 Abgeordnete werden über die Wahlkreise gewählt, 48 über die Vorschläge auf den Landeslisten. Zum Überblick kurz noch einmal: Mit der Erststimme wählen Sie aus allen Bewerbern Ihres Landkreises Ihre Kandidaten aus. Der Bewerber, der in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, kommt ins Parlament. Insgesamt werden so 87 Abgeordnete direkt gewählt. Die Zweitstimme ist dagegen an die Partei gebunden. Der Wähler gibt die Stimme für einen Listenvorschlag (Landesliste) einer Partei ab. Der Landeswahlausschuss zählt dann für jede Landesliste die Zweitstimmen zusammen - auf diese Art werden die restlichen 48 Sitze besetzt. Bekommt eine Partei nun über die Erststimme mehr direkt gewählte Abgeordnete als ihr nach dem Zweitstimmen-Anteil zustehen, so behält die Partei die überschüssigen Sitze. Diese werden dann Überhangsmandate genannt.

Was ist die Fünf-Prozent-Hürde"?
In den Landtag ziehen nur Parteien ein, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinen. So soll verhindert werden, dass viele kleine Fraktionen die Mehrheitsbildung im Parlament erschweren und die Handlungsfähigkeit so einschränken.