Lustig sein auf Deutsch Komiker Shahak Shapira in der Lagerhalle in Osnabrück

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Umstritten: Komiker Shahak Shapira ist am Freitag in Osnabrück. Foto: Sebastian Hänel/Rowohlt Verlag/dpaUmstritten: Komiker Shahak Shapira ist am Freitag in Osnabrück. Foto: Sebastian Hänel/Rowohlt Verlag/dpa

Osnabrück. Shahak Shapira ist einer der kontroversesten Komiker Deutschlands. Seine Pointen treffen die Rechten hart ins Mark. Aber wenn er sagt, dass der Humor in Deutschland für ihn Überlebensstrategie ist, stoßen sich auch andere daran. Am Freitag, 16. März, stellt er in der Lagerhalle in Osnabrück sein Programm „German Humor“ vor.

„Ich versuche, lustig zu sein – auf Deutsch. Das ist hart“, sagte Shahak Shapira vor kurzem in einem Interview mit dieser Zeitung ( https://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/1028216/shahak-shapira-meine-mutter-stand-unter-polizeischutz). Dieses provokante Statement untermauerte er in dem gleichen Interview ein paar Sätze später: „Ich mache kein Deutsch-Bashing, obwohl das sehr gut ankommt. Viele Comedians machen das: ‚Diese Handtücher oder Verkehrsschilder – typisch ihr‘. Aber wenn man sagt: ‚Holocaust – typisch ihr‘, das finden die Leute nicht lustig.“ Die Stoßrichtung von Shapira ist damit klar: Er will seine Zuschauer aus der Komfortzone holen.

Shahak Shapira wurde am 1. April 1988 in Petach Tikwa in Israel geboren. Sein Großvater mütterlicherseits war der einzige Holocaust-Überlebende der Familie; sein Großvater väterlicherseits war Trainer der israelischen Leichtathletik-Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 und wurde beim Attentat palästinensischer Terroristen getötet. 2002 übersiedelte Shapira mit seiner Mutter und seinem Bruder in den Ort Laucha in Sachsen-Anhalt. Dort wurde sein Bruder 2010 als „Judenschwein“ beschimpft und von einem Nazi zusammengeschlagen. Der Schläger bekam eine Strafe von acht Monaten auf Bewährung.

Kein Wunder, dass Shapiras Humor derbe ausfällt und sich gegen Rassisten und Neonazis wendet. Und gut, dass er die Humor-Hoheit nicht den Höckes überlässt. Er und seine Genossen von der AfD überbieten sich dagegen in unfreiwilligem Humor. Eine deutschtönende Meldung des Kopp Verlags, der rechtsextreme Bücher und Verschwörungstheorien verbreitet, übernahm Shapira auf seiner Facebook-Seite: „Ultra-linker AfD-Hasser Shahak Shapira bekommt eigenen ZDF-Sendung.“ Immerhin beherrscht der gebürtige Israeli die deutsche Sprache besser als diejenigen, die ihn aus Deutschland rausschmeißen wollen.

Shahak Shapira, Lagerhalle, Osnabrück, Fr., 16. 3., 20 Uhr, Eintritt: 27,20 Euro, Tickets erhältlich in den Geschäftsstellen der Tageszeitung oder unter Kartentelefon: 0541/338740 oder 7607780.

Wir verlosen 3 x 2 Tickets. Senden Sie bis zum 15. März eine SMS mit der Kennung mobil win shahak an die Kurzwahlnummer 52020 oder rufen Sie unter 0137/808401390 an (Stichwort Shahak).


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