Benefizkonzert von Polizei und VVO Publikumsschwund: Osnabrücker Musikstreife wird überholt

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„Streifenführer“ und Benefizempfänger: Polizeipräsident Bernhard Witthaut (links) und VVO-Geschäftsführer Rüdiger Kuhlmann (rechts) überreichten den Reinerlös des Konzerts „Osnabrücker Musikstreife 2017“ symbolisch an (von links) Markus Brockmeyer (Projekt „Dreist!“), Martin Oevermann (Präventionsverein Osnabrück), Katharina Wittenbrink und Najlaa Jlilati (beide Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“). Foto: David Ebener„Streifenführer“ und Benefizempfänger: Polizeipräsident Bernhard Witthaut (links) und VVO-Geschäftsführer Rüdiger Kuhlmann (rechts) überreichten den Reinerlös des Konzerts „Osnabrücker Musikstreife 2017“ symbolisch an (von links) Markus Brockmeyer (Projekt „Dreist!“), Martin Oevermann (Präventionsverein Osnabrück), Katharina Wittenbrink und Najlaa Jlilati (beide Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“). Foto: David Ebener

Osnabrück. Die „Osnabrücker Musikstreife 2017“ hat 10.000 Euro für den guten Zweck eingespielt. Das Geld teilen sich die Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“ und das Zivilcourage-Projekt „Dreist! – Theater im Bus“. Derweil steht das Benefizkonzert von Polizeidirektion und Verkehrsverein VVO vor großen Veränderungen.

Dieser Streifendienst hat sich gelohnt: Die „Osnabrücker Musikstreife“ behielt bei dem Wohltätigkeitskonzert Ende November 2017 in der Osnabrückhalle 10.000 Euro übrig. Traditionell kommt das Geld karitativen Einrichtungen im Osnabrücker Land zugute. Die Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“ und das Zivilcourage-Projekt „Dreist! – Theater im Bus“ erhielten je einen Scheck über 5000 Euro.

Verzicht auf Gagen

Veranstalter der Musikshow waren auch bei der zehnten Auflage der Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (VVO) und die Polizeidirektion Osnabrück. Polizeipräsident Bernhard Witthaut erklärte, wodurch der Überschuss zustande kam: Die Hauptakteure – das waren das Polizeiorchester Niedersachsen, die Pipes & Drums der Royal British Legion aus Osnabrück und die Bigband der Angelaschule Osnabrück – spielten ohne Gage. Und für die verbleibenden Kosten standen die Stahlwerkstiftung Georgsmarienhütte und weitere Sponsoren gerade. Dazu das Osnabrücker Publikum, das für den guten Zweck und für den eigenen Musikgenuss die Eintrittskarten kaufte.

Show braucht neues Konzept

VVO-Geschäftsführer Rüdiger Kuhlmann verschwieg jedoch nicht, dass das Publikumsinteresse in den vergangenen Jahren nachgelassen hat. „Das Stammpublikum wird älter, und es wächst nichts nach“, begründete er die Entscheidung, fürs nächste Jahr nach einem neuen Konzept zu suchen, damit mehr jüngere Gäste helfen, das Benefizziel von 10.000 Euro zu erreichen.

Die „Musikstreife“ steht in der Tradition der britischen Militärmusikkonzerte, die von 1980 bis 2007 immer am letzten Dienstag im November in der Stadthalle stattfanden. Nach dem Abzug der Briten hatten VVO und Polizeidirektion 2008 die „Musikstreife“ mit einem ähnlichen Musikangebot ins Leben gerufen.

Warmer Geldregen

Wie dem auch sei, die Vertreter der jetzt noch einmal begünstigten Institutionen freuten sich über die Unterstützung für ihre Arbeit. Markus Brockmeyer von der Theaterpädagogischen Werkstatt Wallenhorst erklärte, dass dank der Zuwendung die Kosten für eine Schulklasse, wenn sie das Gewaltpräventionsprojekt „Dreist! – Theater im Bus“ bucht, sehr erschwinglich gehalten werden können. Die Theaterleute fahren mit einem Bus zu der Schule. Dort lassen sie die Kinder einsteigen. Die erleben unvorbereitet, in der Enge eines Busses und damit realitätsnah, gespielte Bedrohungs- und Gewaltszenarien und lernen, wie man damit umgeht.

Die 5000 Euro für die Osnabrücker Frauenberatungsstelle gehen komplett in die Flüchtlingsarbeit. Etwa 30 Prozent der Frauen, die die Beratung aufsuchen, haben einen Migrationshintergrund, wie Katharina Wittenbrink erläuterte. Der Beratungs- und Betreuungsaufwand für Zugewanderte sei erheblich höher als für deutsche Frauen. Honorarkräfte wie die vor zwei Jahren aus Syrien geflohene Juristin Najlaa Jlilati helfen mit Dolmetscherdiensten und bei Arzt- oder Behördengängen.


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