Gegen Gewalt und Rassismus Zwei Demos am Samstag in Osnabrück

Von Jörg Sanders


Osnabrück. Am Samstag finden in Osnabrück zwei Demonstrationen statt. Darüber hinaus informiert die Tierschutzorganisation Peta am Nachmittag in der Osnabrücker City über Wildtiere im Zirkus mit Bezug auf den „Circus Voyage“, der derzeit an der Halle Gartlage gastiert.

„Gegen das Morden in Ägypten“

Die erste Demonstration ist für den Samstag angemeldet, bestätigte Stadtsprecher Sven Jürgensen auf Anfrage unserer Zeitung. Veranstalter ist die Muslismisch Demokratische Union (MDU). Ihr Motto: „Gegen das Morden in Ägypten“. Beginn ist um 14.30 Uhr auf dem Bahnhofvorplatz.

Anschließend zieht ein Demonstrationszug durch die Möser- und Wittekindstraße, über den Neumarkt und Neuer Graben. Endstation ist am Ledenhof, wo eine Abschlusskundgebung geplant ist. Genehmigt ist die Demonstration bis 17 Uhr.

Die Polizei wird mit „ausreichend Kräften“ vor Ort sein, teilte Pressesprecherin Anke Hamker auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Wir werden das begleiten und für Sicherheit und Ordnung sorgen.“ Inwiefern es zu Verkehrsbehinderungen durch den Demonstrationszug komme, hänge von der Anzahl der Teilnehmer ab.

„Aufklärung gegen Rassismus“

Die zweite Demonstration findet am Samstag zu ungewöhnlicher Stunde statt: um 22 Uhr im Bereich der Diskothek Alando Palais. Die Stadt genehmigte am Pottgraben bis 23 Uhr eine Demonstration „zur Aufklärung gegen Rassismus“, wie Stadtsprecher Jürgensen unserer Zeitung sagte. Eine Einzelperson hatte sie angemeldet – wer, das verriet Jürgensen aber nicht. Rund 30 Personen würden zur Demonstration erwartet.

Auf der Internetseite des selbstverwalteten Zentrums „SubstAnZ “ sowie der Facebookseite des Referats für ausländische Studierende Osnabrück ist ein entsprechender Aufruf zu finden. Die Aktion soll sich gegen „rassistische Einlasspolitik“ des Alando Palais wenden, heißt es darin. Das Alando war in der Vergangenheit wiederholt in die Kritik geraten. Der Vorwurf: Die Türsteher der Diskothek würden Gäste wegen ihrer Hautfarbe und Herkunft abweisen. Alando-Betreiber Frederik Heede hatte die Vorwürfe stets bestritten.

Darüber hinaus beginnt am Samstag im Penthouse Club des Alando Palais die Party-Reihe „Queer Beat“ für Schwule und Lesben als Fortsetzung der schwul-lesbischen Kulturtage „Gay in May” in Osnabrück. In dem Aufruf zur Demonstration heißt es, das Alando sowie Gay in May missbräuchten den Begriff „queer“ (frei übersetzt: von der Norm abweichend) für die Party-Reihe, denn dieser sei „integrativ und ausschlussfrei“. Das widerspreche der Einlasspolitik des Alando-Palais.

„Gegen Tiere im Zirkus“

Ebenfalls am Samstag plant Peta eine Protestaktion gegen Wildtiere im Zirkus in der Osnabrücker Innenstadt. Von 10.30 bis 18.30 Uhr stehen Mitglieder der Tierschutzorganisation mit einem genehmigten Informationsstand in der Großen Straße. Peta kritisiert den „Circus Voyage“, der derzeit an der Halle Gartlage gastiert.

Dieser hält mehr als 80 Tiere, darunter Nashorn, Nilpferd und Giraffen. Der Zirkus wies jegliche Kritik zurück.