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Neuer, berührender Roman Monika Zeiner liest im Blue Note

Von Berit Arend

Zog ihre Zuhörer in den Bann: Autorin Monika Zeiner im Blue Note. Foto: Hermann PentermannZog ihre Zuhörer in den Bann: Autorin Monika Zeiner im Blue Note. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Wir hatten noch nie eine Autorin, die eine Lesung so gut mit Gesang und Musik verbinden kann“, freut sich Lennart Neuffer von der Buchhandlung Zur Heide, nachdem die letzten Worte und Töne des Abends verklungen sind. In der Tat, Monika Zeiners Lesung im Blue Note, Abschluss des ersten Halbjahres der Littera-Reihe der Buchhandlung, präsentiert eine gut abgestimmte Mischung von Literatur und Musik. Ih Buch heißt „Die Ordnung der Sterne über Como“

So folgen auf einige gelesene Kapitel italienische Canzoni der 50er- und 60er-Jahre, die die Autorin und Sängerin mit dem Pianisten Andreas Hirche vorträgt, bevor die Lesung fortgesetzt wird. Musik durchdringt Zeiners Roman „Die Ordnung der Sterne über Como“, für den sie auf der CologneLit 2013 mit dem Silberschweinpreis für das beste literarische Debüt ausgezeichnet wurde. Und ebenso durchdringen die großen Themen des Romans, Liebe und Tod die Schlager, spiegeln sich in ihnen. So wird in beiden von zerbrechenden Ehen erzählt. Dem Gefühl der merkwürdigen, nun geleugneten Vertrautheit zwischen den Partnern, die sich noch einmal gegenüberstehen.

Ein tänzerisches Lied erinnert an ihre Beschreibung der wunderschönen, tanzenden Betty Morgenthal, an Liebe auf den ersten Blick. Sich wiegende musikalische Romantik findet sich in Erinnerungen an eine einzige italienische Sternennacht. Besungene Verzweiflung unterliegt jenen Gedanken im Roman, die den Tod umschreiben.

Monika Zeiners Auswahl an Kapiteln lässt die den Zuhörer sofort in die Welt ihres Romans, die Welt ihrer Hauptfiguren Tom Holler, Betty Morgenthal und Marc eintauchen, die sich zwischen Berlin und Neapel, Erinnerungen, Freundschaft, Liebe und der Musik spannt.

Doch sie verrät nicht zu viel. Deutet die Tiefe der Liebe an, die sich zwischen ihren Hauptfiguren entwickelt. Deutet den Kummer und die Wunden an, die der Tod eines Freundes, Geliebten ihnen zufügt.

Gebannt, teilweise mit einem Lächeln auf den Lippen, lauscht das Publikum, wie Monika Zeiners Worte lebendige, detailliert und bisweilen außergewöhnlich beschriebene Bilder vor dem inneren Auge heraufbeschwören. Die so klar und berührend von den Erinnerungen ihrer Figuren erzählen, dass man selbst fast Frosthauch und Zigarettenqualm zu riechen, Sterne und traurige Gesichter zu sehen und italienischen Nachtwind und kalte Berliner Luft zu spüren meint.

Mit einem begeisterten Applaus, in dem sich schließlich der letzte Triller verliert, bedankt sich das Publikum für einen Abend voll sommerlicher Musik und Erinnerungen.