Spinnen- und Insektenausstellung Größte Vogelspinne der Welt in Osnabrück

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Osnabrück. Spinnenliebhaber und solche, die es noch werden wollen, konnten in der Halle Gartlage in Osnabrück Vogelspinnen und Insekten jeglicher Art begutachten. Renaldo Neigert veranstaltet schon seit neun Jahren die bundesweite Ausstellung und versucht Menschen, die Angst vor Spinnen zu nehmen.

Phobie vor Spinnen. Das kennen sicherlich viele Menschen. Wer nun allen Mut zusammen nahm, konnte Vogelspinnen und andere Insekten in der Halle Gartlage bewundern. „Es gibt über 4000 verschiedene Arten von Spinnen“, sagte Renaldo Neigert, Veranstalter der Spinnen- und Insektenausstellung. 135 Terrarien mit lebenden Tieren und 200 präparierte Insekten seien auf einer Fläche von mehreren hundert Quadratmetern ausgestellt. „Exotische Spinnen und Insekten aus aller Welt sind in ihren eigenen hierfür gestalteten Lebensräumen dargestellt.“ Aber auch Schmetterlinge, Käfer, Skorpione, Falter oder Tausenfüßler fanden lebendig oder präpariert ihren Platz.

Spinne zum Anfassen

Besonders ängstlichen Menschen solle geholfen werden, so Neigert. Er möchte pädagogisch über die Spinnen informieren. „Die meisten Menschen haben Angst, weil sie nichts Genaues über die Spinnen wissen“, sagte der Veranstalter. Deswegen stelle er sich auf den Ausstellungen mit einer Spinne auf der Hand hin und informiere detailliert über Lebensräume, Lebensgewohnheiten und Beute jedes einzelnen Tieres. Außerdem klärt eine filmische Dokumentation über Vogelspinnen auf. „Wer sich traut, darf die Spinne auch anfassen oder auf die Hand nehmen.“ Doch die Phobiebekämpfung sei individuell. „Es gibt verschiedene Stadien der Angst. Deswegen schaue ich je nach Mensch, wie weit sie sich den Spinnen nähern würden.“ Gefährlich seien die ausgestellten Tiere nicht: „Es dürfen keine hochgiftigen Tiere und auch keine, die auf der gefährdeten Liste stehen, ausgestellt werden“, erklärte der Bielefelder.

Hobby zum Beruf gemacht

„Mein damaliger Nachbar zog mit seiner Freundin zusammen und schenkte mir seine Spinne“, sagte Neigert. Da war er gerade einmal 16 Jahre alt. „So hat sich das immer weiter angesammelt und aus meinem Hobby wurde dann mein Beruf.“ Heute arbeitet der Veranstalter sieben Tage die Woche. Von der Planung bis zur Ausstellung organisiere er alles selbst. „Ich habe fünf Angestellte, die sich mit mir um die Tiere kümmern.“ Das sei viel Arbeit. Die Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten der Terrarien werden regelmäßig überwacht und kontrolliert.

Seit neun Jahren Ausstellungen

Seine Spinnen- und Insektensammlung bekomme der Bielefelder größtenteils von einem Großhändler aus der Nähe von Hannover. „Es gibt drei Großhändler in Deutschland, die die Spinnen importieren und nachzüchten“, so Neigert. Er selbst züchte allerdings nicht. „Die Besucher wollen nur große Tiere sehen, deswegen kaufe ich nur ausgewachsene Spinnen.“ Seit insgesamt neun Jahren stelle er wöchentlich bundesweit aus. „Letzte Woche war ich in Dortmund. Nächste Woche sind wir in Lingen und dann in Bremen.“ Insgesamt stießen die Ausstellungen auf großes Interesse, so der Veranstalter. „Ich rechne heute mit bis zu 2000 Besuchern.“

Die größte Vogelspinne der Welt

Die größte lebende Vogelspinne der Welt ist wohl der Höhepunkt der Ausstellung. Die „Theraposa blondi“ ist in Brasilien, Venezuela und Guyana angesiedelt. „Ausgewachsen kann sie mit Beinen so groß werden wie eine Pizza“, erklärte Neigert. Sehr giftig sei diese Art jedoch nicht. „Das macht sie alles mit ihrer Größe und Kraft weg.“ Zu ihrer Nahrung gehören Mäuse, große Schaben oder Heuschrecken. Lebend versteht sich. „Spinnen fressen keine bereits toten Tiere.“ Ihr Gift benutzen sie, um die Beute zu zersetzen, nicht um zu töten.

Die größte Vogelspinne der Welt versteckt sich unter einem Baumstück. Foto: Katja Steinkamp

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und seine Phobie überwinden möchte, kann die exotische Ausstellung noch bis Sonntag, 18 Uhr, in der Halle Gartlage bewundern.


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