Streckenausbau geplant Piesberg-Feldbahn soll nach Lechtingen rollen

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Osnabrück. Wenn alles gut geht, könnte der Piesberg in Osnabrück in einigen Monaten um eine Attraktion reicher sein. Gefördert mit Europa-Geldern soll die Feldbahnstrecke vom Haseschacht bis zum Grubenweg in Wallenhorst verlängert werden.

Das ist die Idee der Stadtverwaltung. Bisher hat das Museum für feldspurige Industriebahnen eine Teilstrecke vom Haseschacht Richtung Osten bis zum sogenannten Südstieg verlegt. Dieses Teilstück ist etwa 1,2 Kilometer lang und wird seit zwei Jahren von Besuchern rege genutzt. Die Feldbahner bieten unter anderem monatlich Sonntagsfahrten an. Der neue Teilabschnitt soll mit 2,5 Kilometern mehr als doppelt so lang werden. Die Strecke soll vom Haseschacht in entgegengesetzter Richtung am Stüveschacht vorbei bis zum Grubenweg in Wallenhorst führen. Voraussichtliche Fahrtzeit der dann insgesamt 3,7 Kilometer langen Strecke: 30 Minuten. Detlef Gerdts vom Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt Osnabrück verspricht sich von dem bisher schon sehr beliebten Angebot eine weitere Attraktivitätssteigerung zum regionalen Kultur- und Naturtourismus im Landschaftspark Piesberg. Durch den Streckenausbau würden nicht nur die Feldbahner ihr Angebot erweitern können. Er würde auch zur Erhaltung des regionalen Kultur-und Naturerbes sowie zur Entwicklung von nachhaltigen naturverträglichen Bildungsangeboten beitragen und generationsübergreifende Erholungs- und Umweltbildungsangebote schaffen.

In der Beurteilung des Projektes sind sich fast alle im Rat vertretenen Fraktionen einig. Ratsvorsitzender Josef Thöle, ehemaliger Ortsbürgermeister von Pye, begrüßt diesen weiteren Baustein. Er hatte die Idee von Detlev Gerds sofort aufgegriffen und seine Kontakte zu möglichen Unterstützern aktiviert: „Die neue Feldbahnstrecke vom Museumsstandort Piesberg bis zum Grubenweg in Wallenhorst ist für die Entwicklung des Kultur- und Landschaftsparks Piesberg ein Meilenstein.“ Zudem zeige die Kooperation mit dem Landkreis und der Gemeinde Wallenhorst bei diesem Projekt, dass der Piesberg mit den gewachsenen Strukturen am Zechenbahnhof und den Dampflokfreunden, dem Gesellschaftshaus, dem Museum Industriekultur an seinen verschiedenen Standorten ein enormes Entwicklungspotenzial besitzt. Thöle: „Dies gilt es weiter zuentwickeln.“

Belde: Vielversprechend

So sieht es auch Frank Henning, Ratsfraktionschef der SPD: „Wir begrüßen das – unter drei Voraussetzungen.“ Erstens müssten die Efre-Gelder (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) fließen. Zweite Voraussetzung wäre, dass sich auch die Gemeinde Wallenhorst an dem Projekt beteiligt. Drittens müsse der städtische Anteil an den Kosten des Projekts bei 615000 Euro gedeckelt werden.

Wallenhorsts Bürgermeister Ulrich Belde ist grundsätzlich angetan von den Osnabrücker Planungen. „Vertreter der Stadt Osnabrück und der Architekt haben mir vor Kurzem das Projekt erläutert. Mein erster Eindruck: Das ist vielversprechend.“ Belde will zunächst den Wallenhorster Ratsmitgliedern das Vorhaben bei einem Ortstermin vorstellen. Wenn Wallenhorst an die Strecke angebunden werde, sei eine finanzielle Beteiligung denkbar. In zwei Wochen werde das Thema im zuständigen Fachausschuss vorgestellt. Dann, so der Bürgermeister, werde wohl auch die politische Diskussion darüber beginnen, in welchem Maß sich die Nachbargemeinde finanziell beteiligen kann.

Auch für Michael Hagedorn, den Fraktionsvorsitzender der Osnabrücker Rats-Grünen, ist das Projekt eine einmalige Chance: „Ich sage das wohl wissend, dass wir nicht den Hauptteil der Kosten übernehmen können.“ Hagedorn ist allerdings für das Projekt, wenn eine vertretbare Mischung bei der Finanzierung aus Fremd- und Eigenmitteln der Stadt zustande kommt und ein wesentlicher Teil des Geldes von Dritten eingeworben werden kann. „Dann sollten wir uns diese Chance nicht entgehen lassen“, so Hagedorn. Die FDP Osnabrück ist auch dann strikt gegen die Erweiterung der Feldbahn. Ratsfraktionschef Thomas Thiele: „Nicht mit uns.“ Sicherlich sei es schön, ein derartiges Angebot am Rande der Stadt zu etablieren. Allerdings habe die Stadt derzeit ganz andere Probleme, als dass sie sich für ein Freizeitangebot Kosten in derartiger Höhe auch nur anteilig ans Bein binden dürfe.

Kosten: 1,2 Millionen

Das Projekt wird gut 1,2 Millionen Euro kosten. Die Hälfte davon soll nach Vorstellungen der Stadt aus dem Efre-Fördertopf kommen. Parallel dazu laufen die Bemühungen, den städtischen Eigenanteil von maximal 615000 Euro so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu tragen zum einen die Feldbahner selbst bei. Sie haben das benötigte Gleis-Material bereits günstig gebraucht kaufen können. Die Verlegung der Schienen werden sie in Eigenarbeit verlegen. Aufwändiger wird allerdings die Herstellung des Unterbaus. Hier könnte nach Ansicht von Josef Thöle der Pieberger Steinbruch Cemex helfen. Kurzfristig seien hierzu bereits Gespräche anberaumt worden. Wegen der Möglichkeiten für die Umweltbildung, die dieses Projekt ebenfalls biete, interessiert sich auch die deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) für das Vorhaben. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten hier Fördermittel fließen. Auch Bürgermeister Burkhard Jasper hat Kontakt mit der Sparkasse aufgenommen. Mit 20.000 € wie sich das Geld Institut an dem Projekt beteiligen.


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