Raus aus der Schublade Fotoausstellung zum Thema Heimat in der Galerie Letsah in Osnabrück

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In der Osnabrücker Galerie Letsah definiert Fotograf Ragnar Gischas auf vielfältige Art den Begriff Heimat. Foto: Elvira PartonIn der Osnabrücker Galerie Letsah definiert Fotograf Ragnar Gischas auf vielfältige Art den Begriff Heimat. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Ragnar Gischas definiert auf vielfältige Art den Begriff Heimat: Auf der Suche nach Identität, Erinnerung und dem Gefühl, ein Zuhause zu haben, sammelt er Definitionen und markiert seine fotografischen Eckpunkte.

„Heimat ist dort, wo das Herz verweilt, während der Körper auf Reisen geht.“ Den Satz kann man zurzeit in der Galerie Letsah lesen. Auf einen kleinen Zettel wurde er geschrieben, der dort an der Wand hängt. Dokumentiert wurde er von dem Fotografen Ragnar Gischas. Motiviert durch die Story in einem Wochenmagazin beschäftigte er sich mit der Frage, was denn wohl Heimat sei. Fernab von der deutschen Voreingenommenheit gegenüber einem durch Nationalisten verbrannten Begriff markierte der Künstler seine eigenen Eckpunkte und versuchte, durch seine Frage Aussagen von anderen Menschen zu bekommen.

„Ein Satz zum Thema Heimat“ heißt die Ausstellung in der Galerie Letsah, die auf drei Säulen beruht: Hier hängen die Zettel mit Definitionen, die er bereits gesammelt hat. Da Gischas seine Arbeit als Prozess begreift, soll die Sammlung ständig durch neue Heimat-Begriffe von Besuchern erweitert werden. Und dann sind da die Fotografien, anhand derer sich ablesen lässt, was der Künstler selbst zum Thema zu sagen hat.

Einen örtlichen Bezug schafft er durch seine „Spiegelbilder“. Reflektionen und verschiedene Bildebenen verschmelzen Mensch und Umgebung zu spannenden Vexierbildern. Seine Porträtfotos werfen die Frage nach Rolle und Identität auf. Viele der Frauen, die er bekleidet, oft aber nackt ablichtete, scheinen auf der Suche zu sein. Welche Position nehme ich auf dieser Welt ein? Bin ich ein Teil? Integriert? Außenseiter?

Autobiografisch ist dagegen das einzige Bild in der Ausstellung, in dem die Landschaft über das Modell dominiert. Gischas fotografierte es in seinem Heimatort Lienen. Das Motiv ist das Freibad, in das er als Kind gelangte, indem er über eine Mauer kletterte. Erst bei genauer Betrachtung bemerkt man das Modell, das bei eisigen Temperaturen auf dem Sprungturm steht.


Galerie Letsah (Süntelstraße 49): „Ein Satz zum Thema Heimat“. Ausstellung von Ragnar Gischas. 10. März (Eröffnung um 18 Uhr) bis 18. März, Sa. und So. 14-19 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0541 – 600 12 55 oder 4 99 11.

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