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Geschichte eines 40 Jahre langen Engagements als Dirigent – Moritz Temme setzt Arbeit fort Willy-Weber-Chor in Osnabrück: Horst Oberbrodhage reicht den Taktstock weiter

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Horst Oberbrodhage war 40 Jahre aktiv. Foto: privatHorst Oberbrodhage war 40 Jahre aktiv. Foto: privat

Osnabrück. Horst Oberbrodhage gibt den Taktstock nach 40 Jahren Dirigententätigkeit an Moritz Temme weiter. Oberbrodhage übernahm den Willy-Weber-Chor im Mai 1972, nachdem sein Vorgänger kurzfristig die Zusammenarbeit aufgekündigt hatte.

Unter den Mitgliedern musste schnellstens Ersatz gefunden werden. Durch Erfahrungen in anderen Vereinen kam Oberbrodhage ins Gespräch und übernahm die Leitung des Chores. Er führte die Tradition des ehemaligen Chorleiters und Namensgeber Willy Weber weiter und schrieb eigene Arrangements direkt „auf die Stimmen“.

Der Willy-Weber-Chor entstand 1959 als „Osnabrücker Fastnachtssänger“ aus dem MGV Accordium. Unter den Dirigenten Willy Weber, Heinrich Knell und Friedhelm Bußmann konnte er einen großen Bekanntheitsgrad erreichen. Nach dem Tod Willy Webers wurde der Chor nach ihm benannt und feierte dann unter Horst Oberbrodhage auch außerhalb des Karnevals große Erfolge im überregionalen Umfeld, in Radio und Fernsehen.

Oberbrodhage verstand es, den Chor mit Stücken auszustatten, die von anderen Chören nicht gesungen wurden. So arrangierte er auch Stücke von Udo Jürgens, Abba, Peter Alexander und vielen großen Künstlern für den Chor. Auch Musicals wie „Cats“ und „Tabaluga“ und bekannte Operettenmelodien stellte er zu Medleys zusammen und setzte sie für den Chor. Oberbrodhage hat es immer verstanden, die Sänger für ihre Auftritte zu motivieren, um das Beste aus dem „Klangkörper“ herauszuholen. Zu Beginn des Jahres 2010 hatte er seinen Sängern mitgeteilt, dass er mit seinem 80. Geburtstag im Jahr 2011 die Leitung des Chores aus Altersgründen abgeben möchte. Die Sänger konnten ihn überreden, noch ein Jahr dranzuhängen. Doch im Herbst 2011 erkrankte er an einem Augenleiden und musste sich einer langen Behandlung unterziehen.

Zum Glück konnte Horst Oberbrodhage sein Abschlusskonzert am Sonntag in Holzhausen/Preußisch Oldendorf selbst leiten. Dort wurde er vom Chor mit einem Bild verabschiedet, auf dem alle Sänger, die jemals unter ihm gesungen haben, verewigt sind. Seit Anfang dieses Jahres wurde Moritz Temme, ein Student der Fachhochschule Osnabrück, als Nachfolger eingeführt. Er will den Chor in den nächsten drei Jahren im Sinne seines Vorgängers, aber auch mit neuen Ideen weiterführen. Nächstes Ziel des Chors ist es, zum Kurkonzert in Holzhausen neu zusammengefunden zu haben.

Der Chor hat der 40-jährigen Tätigkeit von Horst Oberbrodhage sehr viel zu verdanken, wie die Sänger betonen. Die offizielle Verabschiedung ist in einer kleinen Feier am 9. Juni vorgesehen. Oberbrodhage ist seit dem 50-jährigen Chorjubiläum Ehrenmitglied und wird immer zur Gemeinschaft des Willy-Weber-Chores zählen.


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