Liebe, Eifersucht, Mord Mozarts „Apollo und Hyacinth“ für Kinder im Theater

Von Jan Kampmeier

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Seine schützenden Hände hält Oebalus (Yo-Han Kim) über Tochter Melia (Cecilia Rodríguez-Morán).

            

              
                Foto: Theater Osnabrück/LewandowskiSeine schützenden Hände hält Oebalus (Yo-Han Kim) über Tochter Melia (Cecilia Rodríguez-Morán). Foto: Theater Osnabrück/Lewandowski

Im Oberen Foyer des Theaters hatte Mozarts erste Oper in einer Produktion für Kinder ab sechs Jahren Premiere.

Das Werk hat im Köchelverzeichnis die Nummer 38, was bedeutet, dass Mozart ganze elf Jahre alt war, als er „Apollo und Hyacinth“ komponierte. Für Kinder sogar ab sechs Jahren hat das Theater Osnabrück seine erste kleine Oper nun inszeniert, dabei ist der mythologische Stoff, der sich bei Ovid findet, für heutige Begriffe doch eigentlich eher sperrig.

Jan Friedrich Eggers, eigentlich Sänger am Theater Osnabrück, schlüpfte für diese Produktion in die Rolle des Regisseurs, und in seiner Version geht es hauptsächlich um die Freundschaft. Denn Apollo ist hier zunächst gar nicht göttlich, sondern ein ziemlich unsicherer Jugendlicher, der am eigenen Geburtstag ganz alleine bleibt. Nicht ganz leicht erschließt sich der Beginn der eigentlichen Handlung, die der Junge hier im Traum erlebt.

Doch man findet sich mit der Zeit hinein und versteht die Geschichte schließlich problemlos, die mit Liebe, Eifersucht und sogar Mord die typischen Zutaten großer Opern aufweist. Die Geschichte wird aber auch mit einer guten Portion Humor erzählt, so etwa wenn Melia, die junge Geliebte des Gottes Apollo, ihn mit einer Nagelfeile bedroht, als sie ihn irrtümlich für den Mörder ihres Bruders hält. Der wahre Täter ist Zephyr, der sich hier allerdings anders schreibt: C4.

Einfach, dabei aber überaus funktional ist das Bühnenbild, das Ortswechsel im Handumdrehen ermöglicht und so manche Überraschung bereithält. Es stammt von Elisabeth Benning, Austattungsassistentin am Osnabrücker Theater.

Musikalisch ist die Produktion ausgesprochen gelungen. Die insgesamt fünf Rollen werden von jungen Sängerinnen und Sängern der Musikhochschulen Hannover und Bremen gesungen, deren Stimmen für die Produktion im oberen Foyer des Theaters bestens geeignet sind.

In den etwas kleineren Rollen sind María Martín González als Hyacinth und Jovan Košcica als C4 zu erleben, Apollo wird durch den Altus Tobias Hechler interpretiert. Hervorzuheben ist Cecilia Rodríguez-Morán als Melia, die besonders betörend in einem flehentlichen Duett mit ihrem Vater Oebalus singt. Yo-Han Kim, der diese Rolle besonders witzig anlegt, ist hier auch stimmlich auf gleichem Level. Mit leichter Hand führt außerdem Daniel Inbal das Osnabrücker Symphonieorchester, das hier in kleiner Besetzung antritt und ebenso transparent wie schwungvoll spielt.


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