Auch persönliche Gründe Warum Boris Pistorius Schirmherr der Krebsstiftung Osnabrück ist

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Landesinnenminister Boris Pistorius im Kurz-Interview. Foto: dpaLandesinnenminister Boris Pistorius im Kurz-Interview. Foto: dpa

Osnabrück. Boris Pistorius, Innenminister und früherer Oberbürgermeister von Osnabrück, hat die Schirmherrschaft über die Krebsstiftung Osnabrück übernommen. Das hat auch persönliche Gründe.

Herr Pistorius, Sie haben eine harte Zeit hinter sich: Zwei Wahlkämpfe in kurzer Zeit, Sondierungen, Koalitionsverhandlungen, an denen Sie als Innenpolitiker der SPD beteiligt waren, und ein Ministerium haben Sie auch noch zu führen. Was treibt Sie an, sich bei der Belastung auch noch nebenbei für die Krebsstiftung Osnabrück zu engagieren?

Ganz einfach: Weil ich die Arbeit der Krebsstiftung und der von ihr getragenen psychosozialen Beratungsstelle sehr schätze und für besonders wichtig halte. Ich hatte die Krebsstiftung schon in meiner Zeit als Oberbürgermeister immer auf dem Radar. Meistens ging es um Finanzierungsfragen oder organisatorische Dinge. Als dann meine Frau Sabine an Krebs erkrankte, habe ich gespürt, welches Glück es ist, in einer solch schwierigen Situation in einem festen familiären Umfeld aufgefangen zu werden. Aber das ist eben nicht überall so. Die Krebsstiftung leistet gerade in der seelischen Begleitung eine ungeheuer wichtige Arbeit. Sie vermittelt Hoffnung und Zuversicht, ohne den Blick für die Realitäten zu verwischen. Das hilft, die kraftraubenden Behandlungen und psychischen Belastungen besser zu bestehen.

Wie haben Sie persönlich die Arbeit der Krebshilfe erlebt?

Wissen Sie, wenn jemand die Diagnose Krebs bekommt, kümmern sich alle um den Patienten. Und das ist gut so. Das steht an erster Stelle. Die Versorgung, medizinisch wie psychologisch, ist sehr gut bei uns in Deutschland und in Osnabrück. Aber es wird nicht immer gesehen, was diese Diagnose mit Angehörigen macht, mit den Kindern vor allem, auch mit Freunden. Die psychosoziale Krebsberatungsstelle gibt Angehörigen die Möglichkeit, über eigene Sorgen und Ängste zu sprechen. Auch Kinder finden hier Halt, wenn Vater oder Mutter, Bruder oder Schwester betroffen sind. Das ist eine so wertvolle Arbeit, die ich gern unterstütze.

Wie sieht diese Unterstützung aus?

Als Schirmherr versuche ich, Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit herzustellen, damit möglichst viele erfahren, was die Krebsstiftung leistet und dass es sinnvoll ist, diese Arbeit mit Spenden zu unterstützen. Meine Frau Sabine hat sich vor ihrem Tod gewünscht, dass die Krebsstiftung unterstützt wird. Deshalb haben wir dazu aufgerufen, auf Blumen zu verzichten und stattdessen der Krebsstiftung Geld zu spenden. Es ist eine erstaunlich hohe Summe zusammengekommen. Die Spendenbereitschaft hat mich sehr beeindruckt. Und als mich der Vorsitzende der Krebsstiftung, Klaus Havliza, vor gut einem Jahr fragte, ob ich auch persönlich durch eine Schirmherrschaft helfen könnte, habe ich keinen Moment gezögert.


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