Kampf für Frauenrechte 250 Teilnehmer bei Osnabrücker Demo am Weltfrauentag

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Osnabrück. „Frauen auf die Barrikaden – keine Zukunft ohne Feminismus“ lautete das Motto der diesjährigen Demonstration verschiedener Frauenorganisationen anlässlich des Weltfrauentags. Am Abend des 8. März versammelten sich trotz des Regenwetters rund 250 Teilnehmer auf dem Markt vor dem Rathaus, um mit Transparenten und Trommeln durch die Innenstadt zu ziehen.

Ihre Demonstration lehne sich in diesem Jahr an den Marsch der Frauen in Washington gegen die Politik Donald Trumps an, verkündete Ordnerin Maria Braig via Megafon. Zugleich sei sie aber auch von der Wut darüber getragen, dass der 8. März zu einem Tag „verkommen“ sei, an dem sich gegenseitig zum Frausein gratuliert werde. „Der internationale Frauentag war einmal ein Kampftag für Frauenrechte“, erklärte sie, und dieser Kampf sei längst nicht gewonnen. „Frauen sind auch im 21. Jahrhundert immer noch sexualisierter und struktureller Gewalt ausgesetzt, sie haben immer noch schlechtere Jobs und Lebensbedingungen als Männer.“ 

Gewalt gegen Frauen werde vielfach auch als Vorwand benutzt, „um dem Rassismus Tür und Tor zu öffnen“, sobald die Gewalttaten nicht von Deutschen verübt werden, so Braig. 

Die Demo setzte sich nach dieser kurzen Ansprache in Bewegung: Über den Domhof ging es durch die Große Straße zum Neumarkt und über die Kamppromenade zurück zum Nikolaiort. Die bunt gemischte Gruppe mit Vertretern des Frauenhauses, des EXIL-Vereins, Pro Familia, dem DGB und IG Metall machte sich mit Bannern für Frauenrechte und Gleichberechtigung stark. Zwei Gruppierungen übertönten dabei allerdings den Demonstrationszug: Die Kurdische Frauenbewegung in Europa (TJKE), die die Fahnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) schwenkte; und die feministische Antifa, die mit ihren Schlachtrufen gegen „Küche, Ehe, Vaterland“ den Ton bestimmte. 

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Nikolaiort hatten Brigitte Langguth, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Osnabrück, und Marion Kuhlmann vom Frauenhaus Osnabrück das Wort. Beide wiesen in ihren Ansprachen auf die hundertjährige Geschichte des Weltfrauentags hin und die Errungenschaften, die die Frauenbewegung seitdem erkämpft hat. Dennoch gebe es weiterhin viel zu tun: Entgeltgerechtigkeit, Alltagssexismus, mangelnde Solidarität mit Flüchtlingen, im speziellen geflüchteten Frauen, seien leider immer noch schwerwiegende Themen, so Langguth. 

„Es kann keine fundierte gleichberechtigte Zukunft ohne Feminismus geben“, betonte Kuhlmann. Er sei ein Projekt all derer, die nach mehr Gerechtigkeit und Freiheit streben und für ein gesellschaftliches Zusammenleben auf solidarischer Basis eintreten.


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