Fruchtbare Kooperation Musicalstudierende am Theater: „Abends hat man keine Beine mehr“

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Begeistert: Diana Guss und Torben Rose, zwei Musicalstudierende des Instituts für Musik, wirken beim Musical „Chaplin“ im Theater am Domhof mit. Foto: Jörn MartensBegeistert: Diana Guss und Torben Rose, zwei Musicalstudierende des Instituts für Musik, wirken beim Musical „Chaplin“ im Theater am Domhof mit. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Am Samstag hat das Musical „Chaplin“ am Theater Osnabrück Premiere. Mit auf der Bühne stehen, nein: tanzen, singen, sprechen Studierende des Musicalprofils am Institut für Musik.

Fürs Foto ein paar Tanzfiguren? Klar! Diana zieht die Straßenschuhe aus und bindet die langen blonden Haare zusammen. Dann lässt sie sich von Torben heben, halten, wirbeln: Was die beiden auf der Probebühne 1 im zweiten Untergeschoss des Theaters vollführen, ist sehr professionell.

Infiziert beim „Tanz der Vampire“

Mit wachem Blick und freundlichem Lachen sitzen die beiden nach der Fotosession an einem quadratischen Tisch und sprechen über ihr Musical-Studium am Institut für Musik und über das Musical „Chaplin“. Oder sprechen sie über sich? Die Linie zwischen Profession und Persönlichkeit scheint sehr durchlässig zu sein: Die beiden brennen für die Arbeit am Theater und für ihr Studium. „Seit ich sieben bin“, sagt Diana Guss, will sie Musicaldarstellerin werden. Torben Rose sang mit 14 bei „Tanz der Vampire“ im Chor und war danach infiziert. Die Therapie hieß: Gesangsunterricht. Weiterlesen: „Addams Family“ war letztes Jahr das gemeinsame Musical von IfM und Theater

Mittlerweile liegt ein gehöriger Teil des Studiums am IfM hinter den beiden. Gerade durchlaufen sie das sechste Semester, und das beinhaltet die Mitwirkung an einer Musicalproduktion des Theaters. Ein Kooperationsvertrag zwischen Theater und IfM legt das fest, und nicht nur die Studierenden freuen sich über die Möglichkeit, mal richtig im Theater zu arbeiten. Der Leiter des IfM, Sascha Wienhausen, hat diese Kooperation maßgeblich auf den Weg gebracht und schätzt sie sehr. „Für das IfM ist das einer der wichtigsten Meilensteine in der Ausbildung“, sagt er. So rühren die Erfolge seiner Studierenden bei Bundeswettbewerben von der Praxiserfahrung her, die sie bei diesen Kooperationen sammeln. „Wir bilden sie gut aus, was die solistischen Fähigkeiten angeht“, sagt Wienhausen. Doch Teamgeist und Durchhaltevermögen lernen sie auf der Bühne. „Hier musst du liefern“, fasst Torben Rose das zusammen. Im Studium lernen die beiden Tanzen, Sprechen, Singen. Auf der Theaterbühne müssen sie alles auf einmal.

Begeisternd: Mark Hamman

Anstrengend ist das: Im ersten Akt sind die Studierenden fast durchwegs auf der Bühne. „Abends hat man keine Beine mehr“, sagt Diana Guss. Aber sie lächelt dabei: Was ist schon ein Muskelkater gegen das Gefühl, auf der Bühne zu stehen. Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein ergänzt dieses Freude: Die beiden wissen, was sie dem Theater zu bieten haben. Umgekehrt profitieren die beiden von der Erfahrung eines Routiniers wie etwa Hauptdarsteller Mark Hamman: Dem Opernsänger mit ausgeprägter akrobatischer Begabung müsste die Rolle des Charlie Chaplin auf den Leib geschrieben sein. Diana jedenfalls ist „begeistert“ von ihm.


Chaplin: Musical von Christopher Curtis. Deutschsprachige Erstaufführung: Samstag, 10. März, 19:30 Uhr im Theater am Domhof. Karten gibt es hier.

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