Betriebsversammlung am Donnerstag Gleich zwei gute Nachrichten für Osnabrücker VW-Mitarbeiter

Von Jörg Sanders

Das VW-Werk in Osnabrück-Fledder. Dessen Mitarbeiter nun auch eine Erfolgsprämie. Foto: David EbenerDas VW-Werk in Osnabrück-Fledder. Dessen Mitarbeiter nun auch eine Erfolgsprämie. Foto: David Ebener

Osnabrück. Am Donnerstag haben die Mitarbeiter des Osnabrücker VW-Werks zwei gute Nachrichten erhalten. Zum einen bekommen sie nun auch eine Erfolgsbeteiligung – wenngleich geringer als die der Tarifbeschäftigten in Wolfsburg. Zudem erhält das Werk ein weiteres Modell.

Volkswagen glänzt trotz des Dieselskandals, drohenden Fahrverboten und des Kartellverdachts mit Rekordergebnissen. Davon sollen auch diesmal wieder die Mitarbeiter profitieren. Rund 120.000 VW-Mitarbeiter erhalten einen Bonus von 4100 Euro brutto, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Allerdings erhalten nur die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG die Erfolgsbeteiligung. Ein Abschlag in Höhe von 1621 Euro hatte VW diesen Mitarbeitern Ende November gezahlt.

Bonus nun auch für Osnabrücker

Bislang hatten die Osnabrücker VW-Mitarbeiter keinen Bonus erhalten. Denn das Werk ist eine separate GmbH und damit kein Standort der AG. Es unterliegt dem Flächentarifvertrag – nicht dem VW-Haustarifvertrag.

Am Donnerstag erhielten die Osnabrücker bei der Betriebsversammlung die Nachricht von der Erfolgsbeteiligung. Von den rund 2500 Euro, die die Tarifbeschäftigten im Mai noch zur Erreichung der 4100 Euro erhalten, bekommen die Osnabrücker in diesem Jahr 70 Prozent – also rund 1700 Euro. Im kommenden Jahr sollen sie 85 Prozent der Maizahlung der Mitarbeiter im Haustarif erhalten, 2020 hundert Prozent. Das bestätigte Wolfram Smolinski, Betriebsratsvorsitzender der Volkswagen Osnabrück GmbH, unserer Redaktion. Dennoch behalten die Osnabrücker Mitarbeiter ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das im Haustarif der AG nicht vorgesehen ist.

Bonus an Voraussetzung geknüpft

Allerdings müsse das Osnabrücker Werk Gewinn machen, damit die Mitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung erhalten, und dieser müsse die Ausschüttung ermöglichen, sagte Smolinski. "Diese Voraussetzung hat das Werk in den vergangenen Jahren stets erfüllt", versichert Smolinski.

Weiteres Modell für Osnabrück

Die Erfolgsbeteiligung war nicht die einzig gute Nachrichte, die die Osnabrücker VW-Mitarbeiter am Donnerstag erfuhren. Das Werk soll Ende des Jahres ein weiteres Modell kriegen: den Karoq der Konzerntochter Skoda. Das SUV auf Basis des VW Tiguan soll an der Hase montiert und lackiert werden, hieß es während der Betriebsversammlung. Das Werk lackiert bereits den Skoda Fabia.

Der Skoda Karoq auf Basis des VW Tiguan. Foto: Skoda

VW investiert 80 Millionen Euro in das Osnabrücker Werk, etwa in neue Produktionslinien. Denn ab Anfang 2020 soll das Werk jährlich bis zu 20.000 Stück des T-Roc-Cabrio bauen. Dazu ist das Werk derzeit nicht in der Lage. Das T-Roc Cabrio reicht allerdings nicht zur Auslastung des Werks aus. In diesem Jahr soll das Werk noch rund 2500 Karoq bauen.

So könnte das T-Roc Cabrio aussehen. VW setzt auf ein Stoffdach und einen glatten Schnitt. Computerzeichnung: Reichel Car Design

Derzeit baut das Werk nur noch die erste Generation des Tiguan für den US-amerikanischen Markt. Bis zum Sommer wird der Porsche Cayman noch in Osnabrück teilweise gefertigt. Zudem lackiert das Werk den Fabia. Hinzu kommt die Produktion einer Kleinserie des vollelektrischen Kleinbusses der jüngsten VW-Tochter Moja.

Der vollelektrische Kleinbus Moia. Foto: Moia

Rekordergebnis trotz Dieselskandals

Der VW-Konzert verdiente im vergangenen Jahr rund 11,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 230,7 Milliarden Euro. Für das Jahr 2016 hatten die Mitarbeiter im Haustarifvertrag 2905 Euro als Prämie erhalten. Für 2015 waren es 3950 Euro, für das Jahr zuvor sogar 5900 Euro pro Kopf. Daimler will seinen rund 130.000 nach Tarif beschäftigten Mitarbeitern im April bis zu 5700 Euro zusätzlich erhalten – nach 5400 Euro im Vorjahr.

(mit dpa)


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