Sicherheit für die nächsten drei Jahre Zuschussvertrag für das Theater Osnabrück unterzeichnet

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Was für ein Spaß: Theaterintendant Ralf Waldschmidt, Aufsichtsrätin Brigitte Neumann, OB Wolfgang Griesert, Kultusdezernent Wolfgang Beckermann und der kaufmännische Direktor Matthias Köhn bei der Unterzeichnung des neuen Zuschussvertrags für das Theater Osnabrück.Foto: Jörn MartensWas für ein Spaß: Theaterintendant Ralf Waldschmidt, Aufsichtsrätin Brigitte Neumann, OB Wolfgang Griesert, Kultusdezernent Wolfgang Beckermann und der kaufmännische Direktor Matthias Köhn bei der Unterzeichnung des neuen Zuschussvertrags für das Theater Osnabrück.Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Stadt Osnabrück und das Theater haben einen neuen Zuschussvertrag abgeschlossen. Damit ist von städtischer Seite die Finanzierung des Theaters bis 31. Juli 2021 gewährleistet.

Den Vertragsteil mit der Miete haben Theaterintendant Ralf Waldschmidt und der kaufmännische Direktor der Städtischen Bühnen GmbH, Matthias Köhn, lächelnd unterzeichnet. Aber sie machen auch keinen Hehl daraus, dass sie der darin festgeschriebenen 200000 Euro Miete für das Theater am Domhof nur widerwillig zustimmen. Das ist die bittere Pille beim neuen Zuschussvertrag, denn die beiden und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert jetzt unterzeichnet haben.

10,5 Millionen Euro jährlich

Tatsächlich aber überwiegen die positiven Punkte im neuen Vertragswerk: 10,5 Millionen Euro investiert die Stadt jährlich in sein Theater. Gleichzeitig sichert der Vertrag die komplette Übernahme von Tarifsteigerungen zu, und das alles gilt für die kommenden drei Spielzeiten, beginnend mit dem 1. August. Sogar ein Zubrot gewährt die Stadt: Mit 20000 Euro jährlich sichert die Stadt länger beschäftigten Schauspielerinnen und Schauspielern eine außertarifliche Zulage. Für Berufsanfänger hatte das Theater die Mindestgage im letzten Jahr auf 2000 Euro angehoben. Brutto, versteht sich.

Unterm Strich können die Vertragspartner gut mit dem Regelwerk leben. So betonen Griesert, Waldschmidt und Köhn einhellig die „Planungssicherheit“, welche die dreijährige Laufzeit garantiert. Auch Kulturdezernent Wolfgang Beckermann meint, das Theater brauche „Rechtssicherheit“. Weiterlesen: Gedankenspiele über einen einjährigen Vertrag

Wie viel zahlt das Land?

Gleichzeitig fordern Griesert und Beckermann weiterhin ein stärkeres finanzielles Engagement des Landes Niedersachsen. Derzeit zahlt das Land 5,6 Millionen Euro jährlich ans Theater Osnabrück, übernimmt aber, im Gegensatz zur Stadt, nur einen Teil der Tarifsteigerungen. „Mehr“ fordert Griesert daher, „deutlich mehr“. Er leitet diese Forderung aus dem Gutachten des Verwaltungsrechtler Jörn Ipsen ab, das zu dem Ergebnis gekommen war, das Land müsse Staats- und kommunale Theatern finanziell gleich behandeln. „Das Land ist in der Pflicht“, resümiert Griesert. Zuversichtlich stimmt ihn dabei der Koalitionsvertrag von SPD und CDU, der vorsieht, kommunale Theater stärker zu fördern. Außerdem will Griesert die Forderung nach höheren Landeszuschüssen im Verbund mit den anderen theatertragenden Kommunen formulieren. Weiterlesen: Reaktionen auf das Ipsen-Gutachten

Osnabrück wird indes auch in einem weiteren Großprojekt nicht ohne Unterstützung des Landes auskommen: Nach wie vor wartet das Theater am Domhof auf eine grundlegende Sanierung. Fest steht dabei: „Die Stadt allein kann das nicht tragen“, sagt Beckermann. Also hofft man auf Mittel vom Land Niedersachsen, vom Bund, von der Europäischen Union. In welcher Höhe? Das werde gerade ermittelt, sagt Beckermann. Mit einer Beraterfirma werden unterschiedliche Sanierungsszenarien durchgerechnet; fest steht dabei lediglich: „Wir wollen sichern, dass das Theater in 40 Jahren noch dasteht“. Aber über Summen möchte niemand spekulieren, über einen Zeitrahmen auch nicht. Noch nicht: Nach der Sommerpause werde man mit den Ergebnissen der Berechnungen in die politische Diskussion gehen, kündigen Beckermann und Griesert an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN