Massiver Hirndruck Prozess um totes Baby: Gutachten stützt Tatvorwurf

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Osnabrück. Im Prozess um den Tod eines 13 Monate alten Babys vor dem Landgericht Osnabrück ging es nun um das Ergebnis der Obduktion. Der Angeklagte soll das Kind seiner Lebensgefährtin zu Tode geschüttelt haben, weil es unruhig gewesen war.

Eine zentrale Lähmung unter massivem Hirndruck, bedingt durch ein Schütteltrauma war die Todesursache. „Es gibt keine konkurrierende Todesursache“, so der Rechtsmediziner im Gutachten. Einerseits sei das Hirngewebe angeschwollen, andererseits seien durch das Schütteln feine Venen gerissen, die zu einer Hirnblutung geführt hätten. Entsprechende Druckstellen untermauerten den Verdacht eines Schütteltraumas.

Zudem bestätigte der Mediziner die Aussage des Angeklagten, wonach das Kind nach dem Vorfall schwer geatmet habe. Denn bei einem Schütteltrauma würden die Betroffenen immer tiefer in eine Bewusstlosigkeit fallen. Dadurch würden Reflexe, wie jener der Rachensehnen, ausfallen. Auf diese Weise komme es zum Beispiel zum Schnarchen oder Röcheln.

Darüber hinaus hat der Experte sich mit den Hämatomen befasst, die am Körper des Kindes lokalisiert wurden. Im Bereich des Kopfes fanden sich diese an der Stirn, über der rechten Augenbraue, der Wange und unter dem Kinn. Außerdem gab es drei größere Hämatome am Rücken. Ferner am linken hinteren Oberschenkel, den Kniekehlen, am Schienbein und am Unterschenkel. Genau zu differenzieren, wie diese entstanden, sei nicht möglich. Gerade die Spuren am Rücken und am Oberschenkel sprächen für eine stumpfe Gewalteinwirkung und seien „eher schlag- als sturzbedingt“, so der Rechtsmediziner. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn angegeben, dass das Kind schon laufen könne, allerdings unsicher sei und oftmals hinfalle.

Der Rechtsmediziner versuchte, die Hämatome entsprechend ihrer zeitlichen Entstehung einzuordnen. Dies sei jedoch nur sehr grob möglich. Fotos und Proben würden belegen, dass die Hämatome an der Stirn und über der Augenbraue frisch sein müssten. Eine exakte Datierung könne aber nicht erbracht werden. Generell habe es aber auch hier „stumpfe Gewalt“ gegeben.


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