Syrian Expat Philharmonic Orchestra Programm der Wochen gegen Rassismus in Osnabrück vorgestellt

Von Jan Kampmeier

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Erklärt seine Vision: Raed Jazbeh, Gründer und künstlerischer Leiter des Syrian Expat Philharmonic Orchestra. Foto: Michael GründelErklärt seine Vision: Raed Jazbeh, Gründer und künstlerischer Leiter des Syrian Expat Philharmonic Orchestra. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Rathaus ist gestern das Osnabrücker Programm im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus mit insgesamt 30 Veranstaltungen vorgestellt worden.

Die Ablehnung zum Beispiel von Asylsuchenden, Sinti oder Roma habe zugenommen, meint Stadtrat Wolfgang Beckermann. Als Reaktion und als gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Sachverhalt beginnen am 12. März wieder die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, deren Programm er mit einigen der Beteiligten beim Pressegespräch vorstellt.

Katharina Opladen vom koordinierenden Büro für Friedenskultur bedauert es einerseits, dass diese Wochen noch immer notwendig seien, weil Rassismus eben leider ein Alltagsthema sei. Andererseits freut sie sich über die immer größere Zahl von Kooperationspartnern, die sich mit ihren Veranstaltungen gegen den Rassismus engagieren. Besonders warm empfiehlt sie etwa den Theaterabend „Öztürks III – Die Traumhochzeit“ im Lutherhaus. Die Theatergruppe „Halber Apfel“ sei mit den beiden Vorläuferproduktionen bereits mit großem Erfolg in Osnabrück aufgetreten.

Die offizielle Eröffnung findet am Montag im Lutherhaus statt, unter anderem mit der Schirmherrin Tupoka Ogette, die aus ihrem Buch zum Thema Rassismus lesen wird. Noch am selben Abend findet in St. Katharinen ein besonderes Konzert statt, denn es spielt das Syrian Expat Philharmonic Orchestra, ein 2015 in Deutschland gegründetes Orchester aus syrischen Profimusikern im Exil. „Nichts ist so universell wie die Musik“, sagt Falko Höhnisch als Geschäftsführer und freut sich besonders, dass das Orchester zusammen mit dem deutschen Vokalensemble Marienhain auftritt. Auf dem Programm steht symphonische Musik aus Syrien und eine Messe des deutschen Komponisten Constantin Grun. Der erklärt selbst zu seinem Werk, er habe darin das katholische Ordinarium mit Texten des Moslems Navid Kermani verbunden. Das Werk wird also von einem mehrheitlich muslimischen Orchester in einer christlichen Kirche gespielt. Dirigent ist Raed Jazbeh, Gründer des Orchesters und gebürtig aus Aleppo, „Der Musikhauptstadt der arabischen Welt“, wie er selbst sagt, der mit seinem Orchester genau dieses Ziel verfolgt: Berührungsängste zu überwinden.

Für den Verein „Maro Dromm Sui-Generis“ berichtet Mario Franz über einen geplanten Kultur- und Begegnungsabend. Der „erfundene“ Zigeuner repräsentiere wohl die unterste aller diskriminierten Gruppen, die Überwindung solcher Vorurteile sei daher eine große Aufgabe. Zu Wort kommen beim Pressegespräch außerdem Alice Graschtat und Martin Fromme vom AWO- Kreisverband, der eine Lesung der „Daughters and Sons of Gastarbeiters“ veranstaltet. Martin Fromme erklärt: „Das ist ein Berliner Autorenkollektiv. Sie lesen autobiographische und sehr berührende Geschichten, oft selbstironisch und überraschend und zeigen Bilder dazu aus dem Familienalbum. Es ist ein Appell für Vielfalt und den Perspektivwechsel.“


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