Passion mit Pergolesi am Dom Am Samstag barockes Meisterwerk im Osnabrücker Dom

Von Jan Kampmeier

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Bei der Arbeit: Dirigentin Julia Arling. Foto: Thomas OsterfeldBei der Arbeit: Dirigentin Julia Arling. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Knabenchor, Mädchenkantorei, Jugendchor und die Neue Hofkapelle Osnabrück spielen am Samstag Pergolesis „Stabat mater“. Es dirigiert Domkantorin Julia Arling.

Bevor der Komponist Giovanni Battista Pergolesi 1736 mit nur 26 Jahren an Tuberkulose starb, gelang ihm in seinen letzten Lebenswochen mit einem geistlichen Werk sein wohl größter Hit: Ein Stabat mater, dessen zwölf Sätze durch ihre innige Ausdruckskraft für zahllose zeitgenössische und spätere Komponisten vorbildhaft wurden.

Für den Orchesterpart beim Konzert am kommenden Samstag stellt sich, erstmals bei einem Konzert im Dom, die im vergangenen Jahr gegründete „Neue Hofkapelle Osnabrück“ zur Verfügung, und die Gesamtleitung liegt, auch das eine Premiere, in den Händen von Julia Arling, die als Domkantorin für Knabenchor und Mädchenkantorei zuständig ist und nun erstmals das große Ganze dirigiert.

Ein Stabat mater auf das Programm eines Passionskonzerts zu setzen ist naheliegend, beschreibt der lateinische Text doch den Schmerz Marias am Kreuz Jesu. Pergolesi kommt in diesem Werk mit der kleinen Besetzung Sopran- und Altsolo sowie einem vierstimmigen Orchester aus. Bläser und auch ein Chor sind darin eigentlich nicht vorgesehen, doch in diesem Fall werden die vokalen Solopartien von Knabenchor, Mädchenkantorei sowie dem Osnabrücker Jugendchor gesungen. Julia Arling erklärt: „Das Werk war immer sehr beliebt, und es gab schon ziemlich bald nach Pergolesis Tod chorische Aufführungen. Weil er so früh verstorben ist, gab es einen großen Hype um Pergolesi, und sein Stabat mater wird auch heute von Oberstimmenchören sehr gerne aufgeführt. Die Arien habe ich in kleiner Besetzung vorgesehen, mit jeweils vier bis fünf Altistinnen oder Sopranistinnen aus dem Jugendchor, die Duette singt der ganze Chor.“

Da bei Pergolesi nur die Frauenstimmen gefragt sind, bestreiten auch die Männerstimmen des Jugendchores am Samstag einige Werke alleine. Clemens Breitschaft als Domchordirektor tritt bei den übrigen Kompositionen des Programms ans Dirigentenpult. Ausgewählt als Ergänzung für Pergolesis Stabat mater hat er Musik von Praetorius sowie der eher unbekannten Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka und Samuel Wesley.


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