Aber sinkende Zahl im Landkreis Steigende Zahl von Hartz-IV-Beziehern in Osnabrück

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Die Gruppe der Hartz-IV-Bezieher steigt in der Stadt Osnabrück trotz des Aufschwungs. Bis Ende 2017 gab es 2050 Hartz-IV-Bezieher mehr als noch zehn Jahre zuvor. In den vergangenen Jahren zogen im Vergleich zum Landkreis überproportional viele Migranten in die Stadt Osnabrück. Viele Flüchtlinge belegen nun erst einmal Deutschkurse, bevor sie in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Symbolfoto: dpaDie Gruppe der Hartz-IV-Bezieher steigt in der Stadt Osnabrück trotz des Aufschwungs. Bis Ende 2017 gab es 2050 Hartz-IV-Bezieher mehr als noch zehn Jahre zuvor. In den vergangenen Jahren zogen im Vergleich zum Landkreis überproportional viele Migranten in die Stadt Osnabrück. Viele Flüchtlinge belegen nun erst einmal Deutschkurse, bevor sie in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Die Gruppe der Hartz-IV-Bezieher steigt in der Stadt Osnabrück trotz des konjunkturellen Aufschwungs. Ende 2007 haben 15.537 Osnabrücker Grundsicherung empfangen. Bis Ende 2017 gab es bereits 2050 Hartz-IV-Bezieher mehr als zehn Jahre zuvor. Ein ganz anderer Trend zeigt sich im Landkreis. Während Ende 2007 noch 20.482 Menschen Sozialleistungen bezogen, waren es Ende 2017 bereits rund 6000 weniger.

Die Sprecherin der Maßarbeit des Jobcenters im Landkreis, Kimberly Lübbersmann, sieht die Ursache dafür in der guten Konjunktur und der stabilen Auftragslage bei der regionalen Wirtschaft. Das habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass deutlich weniger Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sind. „Allerdings ist klar erkennbar, dass bei diesen niedrigeren Fallzahlen viele Menschen im Leistungsbezug sind, die aufgrund ihrer persönlichen Rahmenbedingungen schwieriger in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können“, erklärt Lübbersmann. Die Arbeitsvermittlung durch die Maßarbeit setze in dieser Situation auf noch stärkere individuelle Betreuung und eine engere Begleitung der Unternehmen, um auch die Integration von Menschen mit deutlichen Vermittlungshemmnissen zu ermöglichen.

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Die konjunkturelle Lage ist natürlich nicht nur im Landkreis, sondern auch in der Stadt gut. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Osnabrücker Jobcenters, Nicole Anell, erläutert die steigende Zahl der Hartz-IV-Bezieher: „Arbeitsuchende Menschen erhoffen sich durch den Zuzug in die Stadt, schnellstmöglich Arbeit zu finden.“ Bekannt ist auch, dass in den vergangenen Jahren im Vergleich zum Landkreis überproportional viele Migranten in die Stadt zogen. Da viele von ihnen nicht ausreichend Deutsch sprechen und zunächst Sprachkurse belegen, stehen sie dem Arbeitsmarkt vorerst nicht zur Verfügung und müssen erst einmal Sozialleistungen beziehen.

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Jeder zehnte Osnabrücker erhält Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende

Anell konstatiert, dass knapp jeder zehnte Osnabrücker Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende erhält. Vielen Leistungsbeziehern gelinge es trotz Erwerbseinkommen jedoch nicht, ohne staatliche Unterstützungsleistungen ihren familiären Lebensunterhalt allein zu bestreiten. Schul- und Ausbildungsabschlüsse sowie das lebenslange Lernen schützen laut Anell langfristig vor Arbeitslosigkeit.

Nur 40 Prozent der Hartz-IV-Bezieher stehen Arbeitsmarkt faktisch zur Verfügung

Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stehen nur 40 Prozent der Hartz-IV-Bezieher dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Kreisgeschäftsführer Michael Laszewski sagt: „Der Rest arbeitet und bezieht trotzdem Hartz IV oder steht dem Markt nicht zur Verfügung, weil er mit Erziehung, Pflege, der eigenen Krankheit oder Ähnlichem beschäftigt ist.“


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