Probenräume in Gefahr Osnabrücker Rat will Musikerszene unterstützen – Kann Robin Schulz helfen?

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Osnabrück Musikszene braucht dringend neue Probenräume. Foto: Archiv/David EbenerDie Osnabrück Musikszene braucht dringend neue Probenräume. Foto: Archiv/David Ebener

Osnabrück. 80 Probenräume für Musiker in der Stadt Osnabrück sind nach übereinstimmender Meinung aller Ratsfraktionen in den kommenden Monaten gefährdet. Sie haben nun die Verwaltung einstimmig aufgefordert, nach Auswegen aus dieser misslichen Situation zu suchen.

In seltener Einmütigkeit forderten Grüne, CDU, SPD, FDP, BOB, UWG,Piraten und die Linke die Verwaltung auf, vor allem die Räume auf dem ehemaligen Kasernengelände der Briten auf dem Limberg „so lange wie möglich für Musiker“ zu erhalten. Das noch im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben befindliche Gelände steht zum Verkauf, die dort genutzten Räume sind mithin gefährdet. Auch die am Güterbahnhof angesiedelten Räume stehen auf tönernen Füßen.

Die Politik fordert die Verwaltung deswegen auf, „zu prüfen, welche Varianten einen zumindest mittelfristigen Erhalt von Kreativ- und Proberäumen an den bestehenden Standorten Limberg und Güterbahnhof ermöglichen würden“. Zudem soll der Gesamtbedarf an Kreativ- und Proberäumen in Osnabrück geprüft werden. Mit Blick in die Zukunft wird die Verwaltung aufgefordert, nach alternativen Standorten wie zum Beispiel im Hafen zu suchen und gleichzeitig Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. (Weiterlesen: Ranzig, aber charmant? Schlagzeugunterricht in der Baracke)

„Wir brauchen mehr Räume“

Der Antrag sei ein Signal an die Musiker dieser Stadt, so Sebastian Bracke (Grüne). „Wir haben mit der Zwischennutzung am Limberg derzeit eine gute Situation“, so Bracke. Dies sei aber nicht auf Dauer angelegt. Deshalb seien Politik und Verwaltung aufgefordert, zügig zu handeln, denn „wir brauchen nicht weniger sondern mehr Räume in der Stadt, weil immer Menschen selber Kultur machen“.

Für die SPD dankte deren kulturpolitischer Sprecher Heiko Schlatermund Bracke für seinen Bemühungen einen Konsens zwischen allen Fraktionen herzustellen. Der zu fassende Beschluss verpflichte die Ratsvertreter zugleich, sich weiter um dieses wichtige Thema zu kümmern. Schlatermund wies auch auf die prekäre Situation der Petersburg hin. „Es eilt also“, so Schlatermund. Brachliegende Flächen gebe es. „Sie wollen nur entdeckt werden.“ Gleichzeitig mahnte der SPD-Ratsherr an, Unterstützer zu suchen und ein großes Netz zu spannen. Namentlich nannte Schlatermund Robin Schulz, der „als ein Sohn der Region“ möglicherweise auch für ein solches Netzwerk gewonnen werden könne.

Seit Jahren diskutiert

Das Thema werde schon seit vielen Jahren diskutiert verwies Brigitte Neumann (CDU) auf bereits lange zurückliegende erste Anstrengungen ihrer ehemaligen Ratskollegin Kathrin Trost hin, die das Thema Probenräume schon zu ihrer aktiven zeit auf die Agenda gesetzt hatte. Neumann erinnerte daran, dass auch die Kreativwirtschaft Räume brauche. Auch hier müsse sich die Stadt engagieren.

„Unsere Musiker sind ein kultureller Schatz, den wir nicht verlieren dürfen“, mahnte Oliver Hasskamp (FDP). Hasskamp legte noch einmal den Finger in die offene Wunde „Fehlentwicklung am Güterbahnhof“. Die Stadt habe durch den Verzicht auf das Vorkaufsrecht versäumt, dort Raum für kulturelle Entwicklung zu schaffen. „Dort bekommen wir zur Zeit leider keine Entwicklung hin.“

Investor mit Interesse am Hafenspeicher?

Nach den Worten von Kerstin Albrecht (BOB) gibt es für den Hafen bereits eine Investorengruppe, die „sofort starten könnte“. Zur Diskussion für Kreativräume steht hier der denkmalgeschützte Speicher. Allerdings müssten die Kosten reduziert werden. „Wenn der Speicher am Hafen zum Grundstein werden soll, wäre ein symbolischer Preis doch vielleicht ein Zeichen“, regte Albrecht an. Die Investoren würden sich über positive Zeichen aus der Politik freuen.

Dass eine positive Entwicklung in der Frage der Probenräume nur mit öffentlichen Subventionen zu erreichen sei, war sich Wulf Sigmar Mierke von der Gruppe UWG/Piraten sicher. Die freie Künstlerszene in Osnabrück zu unterstützen sei dringend nötig. Mierke: „Im Vergleich zum Theater muss hier unbedingt nachgesteuert werden.“ Giesela Brandes-Steggewentz (Linke) wollte die Künstlern und Kulturschafenden in die Überlegungen einbezogen wissen. Die Zukunft könne nur gemeinsam entwickelt werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN