Von Kindern für Kinder Videoprojekt bringt in Osnabrück jungen Menschen das Thema „Oper“ näher

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Siebtklässler des Carolinums interviewen den für die Produktion von „Apollo und Hyacinth“ zuständigen Technische Produktionsleite, René B. Meyerkoort (links). Foto: Swaantje HehmannSiebtklässler des Carolinums interviewen den für die Produktion von „Apollo und Hyacinth“ zuständigen Technische Produktionsleite, René B. Meyerkoort (links). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Von Kindern für Kinder: Nach diesem Prinzip hat das Theater Osnabrück gemeinsam mit einer 7. Klasse des Gymnasiums Carolinum ein digitales Projekt gestartet. Die Siebtklässer blicken in Kurzvideos hinter die Kulissen des Theaters und bringen damit jungen Menschen das komplexe Thema „Oper“ näher.

Rund zehn Schüler drängen sich im Büro von René Meyerkoort. Er ist Technischer Projektleiter für die Produktion der Kinderoper „Apollo und Hyacinth“ und der nächste Theatermitarbeiter, den die Zwölf- bis 13-Jährigen für ihr Projekt interviewen. Vier Jungs hantieren mit der Kamera und deren Stativ und bauen sie fachmännisch auf. Jetzt müssen nur noch die Interviewer sowie Meyerkoort passend auf die Stühle gesetzt werden, damit das Bild auf der Kamera auch gut ausschaut. Schon geht es los mit den Fragen: „Wie heißen Sie?“ „Was machen Sie?“ „Macht ihnen der Job Spaß?“ „Wie sind sie zu ihrem Job gekommen?“ sind nur einige der Dinge, die die jungen Schüler erfahren wollen.

„Das Ziel des Projektes ist mediale Musikvermittlung“, erklärt Alexander Wunderlich, der als Dramaturg für die nächste Kinderoper am Theater Osnabrück, „Apollo und Hyacinth“, fungiert. Die Kinderoper richtet sich an Kinder ab sechs Jahren. Durch die 90-Sekunden-Videos, die die Schüler des Carolinums drehen, sollen sie sich noch besser auf die Aufführung der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart vorbereiten können. „Es funktioniert besser, wenn Kinder sich vor die Kamera stellen und etwas erklären, als wenn Profis das machen“, sagt Wunderlich. So sei es mehr auf Augenhöhe. Hauptsächlich werden in den Videos Interviews mit Mitarbeitern des Theaters gezeigt. Aber auch beim Gang durch den Bereich hinter der Bühne läuft die Kamera weiter. So entstehen umfassende Eindrücke von der Arbeit des Theaters. Von jedem Drehtag liefern die Schüler viele Minuten Bildmaterial. Medienpädagoge Stefan Hestermeyer, der das Projekt gemeinsam mit Studentin Thea Ortmann und Musiklehrer Jens Schröer leitet, schneidet die Videos auf die passende Länge: „Die Schüler liefern extrem gutes Material, da kann ich mir die Kirschen rauspicken“, lobt er die Arbeit der Siebtklässler.

Unbefangener Blick auf das Theater

Anfang Januar hat Schröer mit den Schülern angefangen, am Projekt zu arbeiten. „Die Schüler werfen einen unbefangenen Blick auf das Theater und arbeiten sehr eigenständig“, erklärt Schröer.Den Schülern macht es viel Spaß, Jüngeren das Thema Oper näher zu bringen: „Es ist eine schöne Abwechslung zum normalen Unterricht. Besonders, dass wir einen Blick hinter die Kulissen werfen können, ist super“, sagt Julian Weisgerber. Tim Packeisen fügt hinzu: „Dass wir selbst die Videos drehen dürfen, ist cool. Man kann sich dadurch gut in die Berufe der Mitarbeiter hineinversetzen.“ Wunderlich zeigt sich sichtlich beeindruckt von der Arbeit der Schüler. Es sei schön zu sehen, wie die Schüler ihre Fragen entwickeln und häufig auf die Antworten ihrer Interviewpartner eingingen.

Unterstützung der Egerland-Stiftung

Angeregt hatte das Projekt die Egerland-Stiftung. Diese fördert seit vielen Jahren Theaterprojekte und ist bei dem Video-Projekt mit einem hohen fünfstelligen Betrag beteiligt, wie Felix Osterheider vom Stiftungsvorstand berichtet. „Wir versprechen uns von dem Experiment Klarheit darüber, ob über die Online-Schiene weitere Interessierte gewonnen werden können“, sagte Osterheider. Vorher sei der Online-Bereich vollkommen ausgeblendet gewesen. Für die Stiftung sei wichtig, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft wüssten, wie sich Theater anfühlt, wie man es hören, lesen, leben könne.

Verbreitet werden die Videos über den Youtube-Kanal des Theaters sowie über weitere soziale Medien. „Wir hoffen, dass sich durch die Arbeit der Schüler noch mehr junge Leute für die Kinderoper begeistern können“, sagt Wunderlich. Kinder seien das Publikum von morgen. Man könne sie nicht frühzeitig genug an diese Thematik heranführen.

Die Kinderoper „Apollo und Hyacinth“ feiert am Donnerstag, 8. März, um 11 Uhr Premiere im Theater am Domhof/Oberes Foyer. Einige wenige Plätze sind noch verfügbar.


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